Kategorien: Weltwirtschaftskrise
2012 - Ende, Transformation, Neubeginn?

In den letzten Beiträgen habe ich den aktuellen Zustand der Weltwirtschaft beschrieben und dargelegt, wie wir auf eine unvermeidliche Weltwirtschaftskrise zusteuern. Bisher habe ich keine Hinweise gegeben, wie man sich davor schützen kann (worauf mich viele Leser in Zuschriften hingewiesen haben). Das will ich in diesem Beitrag nachholen.

Der große Crash kommt. Das ist keine Frage. Die wirtschaftlichen Fakten sprechen für sich. Das Schuldenkartenhaus ist mittlerweile so hoch, dass man es nicht mehr übersehen kann. Es wird zusammenbrechen. Soviel ist klar. Was wir heute noch nicht wissen ist:

a) wann es zusammenbrechen wird

Nachtrag vom 8.10.2008: Die Frage ist geklärt. Es bricht gerade zusammen.

b) welchen Verlauf die Krise nehmen wird

Wirtschaftsinsider rechnen schon seit Jahren mit einem Crash. Warum er bisher noch nicht eingetreten ist, liegt lediglich daran, dass mit expansiver Geldpolitik (Reflation) gegengesteuert wurde. Das hat bisher funktioniert, aber in den letzten Monaten zeigen sich verstärkt die Symptome dieser Politik in Form von galoppierender Inflation. Die Lage hat sich dramatisch zugespitzt, sodass es, realistisch betrachtet, nur mehr eine Frage von Monaten ist bis es zum Zusammenbruch kommt. Was den Zeitpunkt betrifft, sollten Sie jeden Tag damit rechnen.

Kommen wir zum Punkt b). Wir haben die Wahl zwischen zwei verschiedenen Krisenszenarien: deflationärer Crash und inflationärer Crash. Welches der beiden Übel eintreten wird, hängt von der Politik ab. Was könnte sie tun, um die Inflation zu stoppen? Sie müsste sofort aufhören, frisches Geld in das Bankensystem zu pumpen. Eine Pleitewelle mit rasant ansteigender Arbeitslosigkeit wäre die Folge. Kein Politiker der Welt würde so etwas befürworten, dabei wäre es nur die logische Konsequenz einer liberalen Wirtschafspolitik, wie sie ja seit Reagan und Thatcher begeistert verfolgt wird.

Stattdessen wird man, wie immer, den leichten Weg wählen und den Kollaps durch Finanzspritzen hinauszögern. Das Problem dabei ist, dass je länger man das Problem hinausschiebt, der Absturz umso tiefer sein wird. Die Angst vor einer Deflation ist größer als vor einer Inflation. Deswegen wirft die Politik die Druckerpresse an, bis wir schließlich in einem hyperinflationären Crash landen. Wenn es ganz dick kommt, können wir bald mit einem 1000-Euro-Schein Brot kaufen gehen. Derzeit deutet alles darauf hin, dass es zu einer vorübergehenden Deflation kommt, die schließlich, nach Greifen der expanisven Geldpolitik, in eine Hyperinflation übergeht.

Was wird passieren? Folgende Entwicklungen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten:

  1. Aktien- und Anleihenkurse werden massiv einbrechen. Es kommt zu einer Flucht ins Geld (vorübergehende Deflation). Sobald die Hyperinflation einsetzt geht die Flucht weiter in Realwerte.
  2. Banken werden pleite gehen bzw. werden von den Staaten mittels Kredite aufgefangen.
  3. Die Finanzkrise wird sich zu einer Wirtschaftskrise ausweiten.
  4. Immobilien, die mit Schulden behaftet sind, werden billig zu haben sein.
  5. Die Arbeitslosigkeit wird zunehmen.

Sie meinen, das sei übertriebene Panikmache? Das hat die Masse im Sommer 1929 auch gedacht und dann ging es ganz schnell. Nur eine verschwindende Minderheit hat damals die Zeichen der Zeit erkannt und für sich das Schlimmste verhindern können. Die Erkenntnis, dass wir auf eine massive Weltwirtschaftskrise zusteuern sickert immer mehr in der Öffentlichkeit durch. So rangiert das Buch „Der Crash kommt“ von Max Otte auf Platz 4 der Spiegel-Bestsellerliste. Die Menge der Literatur zum Thema Crash ist mittlerweile erdrückend.

Was also tun? Wer ein wenig über die oben genannten Punkte nachdenkt, dem wird schnell klar werden, was jetzt zu tun ist:

  1. Schulden tilgen oder zumindest minimieren. Das ist wahrscheinlich die wichtigste Maßnahme von allen. Wenn der Euro weiterhin so an Kaufkraft verliert (Inflation), wird die EZB früher oder später die Zinsen drastisch anheben. Das heißt, die Zinsen auf Kredite steigen wodurch die Rückzahlung erschwert wird. Zinssätze von 20% und mehr sind in Wirtschaftskrisen normal.
  2. Bargeldvorrat anlegen. Wenn es zu einer Panikreaktion kommt, ist damit zu rechnen, dass die Banken gestürmt werden (Bank Run). Das hatten wir bereits in England (September 2007: Northern Rock) und in den USA (März 2008: Bear Stearns, Juli 2008: Indy Mac). Es kann sein, dass Sie wochenlang nicht mehr an Ihre Ersparnisse herankommen.
  3. Nahrungsvorrat anlegen. Gleiches gilt für die Nahrungsmittelversorgung. Heute wird „just-in-time“ geliefert. Im Falle einer Panik sind die Supermärkte in drei Tagen leer. Es kann Wochen dauern, bis sich die Nahrungsmittelversorgung wieder halbwegs normalisiert.
  4. Aktien und Anleihen werden massiv an Wert verlieren.
  5. Gold und Silber werden mittlefristig (ein bis zwei Jahre) stark an Wert gewinnen. Wenn die Menschen das Vertrauen ins Geld verlieren, dann bleiben nicht mehr viele Alternativen, seine Ersparnisse in Sicherheit zu bringen. Gold und Silber sind immun gegen Inflation. Wenn die Währungen nicht mehr als Zahlungsmittel taugen, bleibt sonst nicht mehr viel. Diese Edelmetalle haben sich in Krisenzeiten immer bewährt. Die größten Vermögen werden in den tiefsten Krisen gemacht. 1923 konnte man mit einer Feinunze Gold ein Haus kaufen.

Nachtrag vom 13.10.2008: Bargeldreserven und Nahrungsmittelvorrat sind für den Fall einer Massenpanik gedacht. Diese muss nicht kommen, weil die Politik alle Hebel in Bewegung setzen wird um sie zu verhindern. Falls es aber dazu kommt werden Sie heilfroh sein, wenn Sie etwas zu Hause haben. Falls Sie nicht kommt, leiden Sie auch keinen Schaden.

Spät aber doch hat die Politik den Ernst der Lage erkannt. Sie hat sich entschlossen, mit allen Mitteln eine Massenpanik zu vermeiden, indem sie Garantieversprechen abgibt, um die Bevölkerung zu beruhigen. Sie hatte die Wahl zwischen Massenpanik sofort oder Hyperinflation später. Sie hat sich für Hyperinflation und Staatsbankrott entschieden.

Das ist nur ein grober Überblick über die wichtigsten Maßnahmen. Was genau zu tun ist, hängt von der individuellen finanziellen Situation ab. Auf alle Fälle empfehle ich Ihnen dringendst, das Thema nicht zu ignorieren. Wer jetzt was tut, kann sich vor vielen negativen Folgen schützen. Selbst wenn Finanzwirtschaft nicht zu Ihren Hobbys gehört, sollten Sie sich jetzt einen Ruck geben und sich das eine oder andere Buch dazu besorgen. Es geht um Ihre Zukunft!

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25 Kommentare zu “Wie Sie sich vor der kommenden Weltwirtschaftskrise schützen”

  1. Freddy Hermann

    Lieber Siegfried,
    ich stimme Dir mit dem Ablauf einer Krise 100%ig überein.

    Das Ganze erinnert mich an den Turmbau zu Babel und an den ONE-WORLD-Gedanken der Neuzeit.

    Nichts anderes geschieht gerade und diese GLOBALSIERUNG, hilft dem Menschen, der Masse die sie ansprechen soll, überhaupt nicht, denn sie macht alle GLEICH. Das steht der Vielfalt und deren Funktion im Gegensatz.
    Diese universellen Möglichkeiten lassen sich nicht einsperren.

    “Das Leben findet immer einen Weg” ( Jurassic Park / Steven Spielberg ).

    Die Aussage vom ONE-WORLD-Gedanken:
    Wir sollen uns als jeweils einzigartige Individuen vollkommen zu einem System vereinheitlichen, welches entgegen unserer Natur ist.

    Die Natur ist nicht ein “normales” und “gleichzusetzendes” Gebilde, denn die Natur ist “VIELFACH im VIELFACHEN” !!! ( ich benütze gerade diese Ausdrucksform, weil dahinter “gewaltig” viel verborgen ist ).

    Dieses filmische Zitat als Beispiel, weil es mich spirituell anspricht.
    Wir tun etwas, was eindeutig gegen uns gerichtet ist und dieser Turm ist zum Einstürzen verdammt, egal wie man das damals sah und wertete oder wie man es argumentatorisch auslegte.

    Der Turm WIRD einstürzen!

    OH und jetzt ereilt mich ein weiterer Gedanke beim Schreiben:
    Kennen wir ( damit meine ich jetzt alle Menschen unabhängig von Beteiligung oder nicht ) das Szenario nicht schon längst in der Bildhaftigkeit und haben sie ( Die Elite ) es ja selbst angerichtet??? Die Twin Towers stehen vielleicht auch sinnbildlich für dieses Tun. Die Elite hat Ihr eigenes Schicksal selbst vorproduziert!

    Sie haben die Türme einstürzen lassen. Jetzt verselbständigt sich Ihr Handeln und wiederholt sich mit einem ganz großen Turm!

    Diesen Turm der Globalisierung, den Sie jetzt gebaut haben, er stürzt ein, obwohl sie Ihn jetzt mit aller Gewalt stützen:

    Aber diesmal stürzt er, nicht weil sie es wollen, sondern weil Ihre “Gier” es nicht verhindern kann! Die (bösen) Geister die sie riefen, lassen sich auf einmal nicht mehr vertreiben, sie sind außer Kontrolle!”.

    Liebe Grüße,
    Freddy

    -> Gerade wird in den 15 Uhr Radio-Nachrichten bestätigt, daß über die Spareinlagen der Sparbücher ein “deutscher” Schutzschild gespannt werden soll, damit diese sicher sind!
    –> FRAGE: SICHER??? Der Sparer muß sich fragen:
    “Waren die Sparbücher GESTERN nicht noch sicher?” Sind diese nicht verSICHERT, wie gesagt wurde???
    —> MEINE MEINUNG DAZU:
    Wem die Stunde schlägt … wir werden richtig schön in Watte gepackt und weichgespült, damit wir es JA nicht merken, was für gefährliches Waschpulver verwendet wurde und wird!

  2. Freddy Hermann

    BREAKING NEWS !!!

    Es ist 17:34 und auf SWR1 wird im Radio berichtet, daß die Zusage von der deutschen Kanzlerin Merkel, die Bundesregierung würde alle Sparanlagen, Festgeld- sowie Girokonten absichern, indem Sie für alle Sparer die Sicherheit übernehme, für Verwirrung sorgt!

    Dies hat in Heidelberg zu Beruhigung, aber auch zu Kontoschließungen geführt, weil die Leute, im Beispiel eine Rentnerin, diese gut gemeinte Zusicherung der Bundesregierung als Alarmsignal ansah. Sie sei normalerweise nicht ängstlich, habe seit Hitler einiges in Sachen Geld erlebt. Die Reichsmark gehen, die DM kommen und gehen sehen, jetzt den Euro.

    Eine weitere Frau wurde auf dem Heidelberger Land dazu überredet Ihr Geld doch bitte auf der Bank zu lassen.

    Es wird wirklich fieberhaft versucht einer Panik antgegen zu wirken.

    Meine Lieblingsband “GENESIS” singt von “DOMINO” und ich sehe gerade einen DOMINO-Effekt sich in Gang setzen, der vom kleinen Bürger ausgehen könnte.

    Liebe Grüße,
    Freddy

  3. Siegfried

    Ja, jetzt geht sie los, die Krise. Zuerst brechen die Aktienkurse ein, dann gehen die Banken ein, dann erwischt es die Realwirtschaft. Die Masse merkt es erst, wenn es zu spät ist. Die Nachfrage nach Gold ist so hoch wie noch nie. In Euro gerechnet jagt der Goldpreis von einem Allzeithoch zum nächsten.

    Bei den Politikern ist, spät aber doch, die Erkenntnis durchgesickert, dass der Hut brennt. Aber was können die machen? Marode Banken auf Kosten der Steuerzahler verstaatlichen. Das ist alles. Politik à la UdSSR. Die Politiker sind Marionetten der Weltgeschichte. Sie sehen das große Bild nicht und beschleunigen den Niedergang nur mit ihren kurzsichtigen Entscheidungen.

    Es wird kommen, wie es kommen muss: Der Euro wird dramatisch an Wert verlieren. Wahrscheinlich werden einige Länder aus der Eurozone austreten und die Währung dadurch ruinieren. Die Politik wird kräftig und falsch eingreifen, wie sie das jetzt schon tut, und der ganze Blätterwald an Wertpapieren wird sich in Rauch auflösen. Was bleibt sind reale Werte. Wir stehen am Anfang eines gigantischen Reinigungsprozesses, der die Menschen zu umdenken zwingen wird.

    So lange die ganze Kreditspekulation gut gegangen ist, hat man die Rufer in der Wüste, von denen ich einer bin, ignoriert. Jetzt kommt langsam das Erwachen und man erkennt das, was einige Wenige schon lange sehen. Die Welt wird sich grundlegend verändern, nicht nur in materieller Hinsicht, auch in spiritueller Hinsicht werden die Karten neu gemischt. Das Lügengebäude wird durchschaut und zerstört. Die Massenmanipulation wird nicht mehr greifen. Ehrlichkeit, Offenheit und Transparenz rücken wieder in den Vordergrund.

    Es wird zu einer Polarisierung kommen: Auf der einen Seite werden die stehen, die die höchst überfälligen Veränderungen mittragen, auf der anderen Seite stehen die, die am Alten festhalten wollen. Jeder kann sich frei entscheiden, auf welcher Seite er stehen will. Das Alte wird sich auflösen – Neues wird entstehen. Das kann niemand aufhalten und das ist gut so.

  4. Franz B.

    Sehr geehrter Herr Trebuch,
    ich finde Ihre Ausführungen äußerst interessant. Bin froh, dass mir Ihre Homepage “zugefallen” ist. Mich beschäftigt eine Frage: Was passiert bei einer massiven Geldentwertung mit den Privatkrediten. Ich konnte nirgends eine wirklich aussagekräftige Antwort finden. Würde mich über Ihre Antwort freuen.
    Liebe Grüße, Franz B.

  5. Siegfried

    (Privat)kredite sind in einem Krisenumfeld eine hochbrisante Angelegenheit. Sie sind der Auslöser der jetzt erst richtig beginnenden Finanzkrise. Viele Leute, die leichtfertig und blauäugig Kredite aufgenommen haben können sie nicht mehr zurückzahlen. Die Folge ist, dass Banken zu wenig Geld haben um weiter Kredite zu vergeben. Was glauben Sie, werden sie tun um wieder an Geld zu kommen?

    Sie werden bei der Kreditvergabe wesentlich vorsichtiger und verlangen mehr Sicherheiten. Gleichzeitig werden sie die Zinsen für Spareinlagen anheben um neue Kunden anzulocken. Dieser Prozess ist im vollen Gang. Die Einlagezinsen und auch die Kreditzinsen ziehen an. Und da liegt schon das erste Problem für Kreditnehmer.

    Das ganze ist eine Teufelsspirale: Wenn die Banken an Private und Unternehmen kaum mehr Kredite vergeben, werden keine Investitionen mehr getätigt was dazu führt, dass die Wirtschaft schrumpft, die Löhne sinken und die Arbeitslosigkeit steigt. Wie aber soll man einen immer teuerer werdenden Kredit mit immer weniger Einkommen zurückzahlen? Privatkredite sind in einer Wirtschaftskrise eine große Gefahr. Deswegen sollte man alles unternehmen, um Schulden auf ein Minimum zu reduzieren.

    Einen Sonderfall bildet eine Währungsreform. Wenn es, verursacht durch eine Hyperinflation zu einer massiven Geldentwertung kommt, was im Laufe der nächsten Jahre durchaus möglich ist, wird dadurch die Kreditschuld verringert oder getilgt. Wenn man 1000 Euro für ein Brot zahlen muss und von der Regierung drei Nullen gestrichen werden, fallen diese drei Nullen auch bei der Kreditsumme weg.

    Ich würde aber jedem dringend abraten, darauf zu spekulieren!!! Es muss schon verdammt viel passieren, damit es so weit kommt.

  6. Franz B.

    Sehr geehrter Herr Trebuch,

    vielen Dank für die rasche Antwort. Ich bin voll und ganz Ihrer Meinung, habe mich aber durch die vielen Diskussionen etwas verunsichern lassen.

    Ich denke aber doch, dass ich die Sparguthaben bis auf ein Sicherheitspolster dafür verwenden werde, Gold (Krüger ?) zu kaufen. Auch hege ich schon lange den Gedanken, einen eigenen Gemüsegarten anzulegen und einige Tiere (für Milch, Käse und Eier) zu halten. Auch den Herd in der Küche werde ich austauschen, um auch wieder mit Holz kochen und heizen zu können. So wie früher. Eine innere Stimme sagt mir schon seit längerem, auf derartige Alternativen umzusatteln, um unabhängiger von Strom und Gas / Öl zu werden. Was meinen Sie, bleibt noch etwas Zeit oder muss man in absehbarer Zeit mit großen “Rück”schritten rechnen?

    Viel Vertrauen darauf, dass ich sie Lage wieder erholt, habe ich nicht.
    Obwohl ich mich durchaus als Optimist bezeichnen würde.

    Also Ihre Homepage ist wirklich interessant. Ich freue mich darauf, wieder viel interessantes zu lesen.

    Nochmals vielen Dank und die besten Wünsche!

  7. Siegfried

    Mit Ihren Plänen liegen Sie absolut auf der richtigen Linie. Die ganze gesellschaftliche Entwicklung hat einen spirituellen Hintergrund. Es geht in der kommenden Zeit darum, das überholte Obrigkeitsdenken abzulegen und auf bewusstseins- wie auch materieller Ebene unabhängig und selbstverantwortlich zu werden.

    Der Staat will das nicht. Er will gehorsame Schäfchen haben, die sich leicht lenken lassen. Gold ist das spirituellste aller Elemente. Sein Glanz und sein beständiger Wert sind eine physische Entsprechung für den Glanz und den Wert unserer Seele. Mit Krügerrand aber auch Philharmonikern liegen Sie sehr gut. Aber überlegen Sie nicht zu lange, denn bei der aktuell hohen Nachfrage wird es bald keine mehr geben.

    Die Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass der Abschwung immer viel schneller verläuft, als der Aufbau. Wir treten gerade in die akute Phase des Crashs. Viel Zeit bleibt also nicht mehr um sich darauf vorzubereiten.

    Ich bin auch ein Optimist. In der kommenden Wirtschaftskrise sehe ich primär die positiven Folgen für das kollektive Bewusstsein. In zwei Jahren wird die Welt nicht mehr dieselbe sein. Wenn der Kreditrausch vorbei ist, werden sich die Menschen wieder mehr erden müssen.

  8. Dirk

    Hallo,

    dies sind wirklich interessante Ansätze, doch mich als Familienvater treiben mehrere Fragen um.
    Wie ich schon gelesen habe, sollte man private Kredite ( z.B. Auto ) so schnell wie möglich ablösen.
    Dies ist aber mit einem Kredit für ein Haus eher schlecht möglich – demnach kann es dann gut passieren, daß man diesen nicht mehr bedienen kann und es zur Zwangsversteigerung kommt.
    Doch wer wird sich dann noch einen Hauskauf leisten wollen /können.

    Zum anderen – was sollte man jetzt kaufen, um für die Zeiten einer extremen Inflation / Geldentwertung vorzubeugen. Ich kann mir ja schlecht ein Nudellager bzw. Dosenessenlager anlegen.

    Vielen Dank für Ihre Rückantwort

  9. Siegfried

    Ein Nahrungsmittel- und Bargeldvorrat für ein paar Wochen ist absolut empfehlenswert. Das zeigen die Krisen der vergangenen Jahre in Argentinien, Jugoslawien oder Russland ganz deutlich. Man benötigt sie um die erste Krisenphase zu überstehen. Die kommt nämlich schnell, unerwartet und heftig. Es dauert dann ein paar Wochen, bis sich die Lage wieder einigermaßen normalisiert.

    Zum Thema Kredite habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben: „Kredite in der Wirtschaftskrise

  10. Clifford Brown

    Das sind ja alles sehr pessimistische Aussichten, die ich hier lese. Als studierter Volkswirt möchte ich aber darauf hinweisen, dass eine Trennlinie zwischen Finanz- und Realwirtschaft zu ziehen ist. Erst einmal: Kredite sind ein wichtiges Instrument um wirtschaftliches Wachstum zu generieren – nicht nur im Kapitalismus (vgl. Silvio Gsell, Marx, Keynes u.a.). Wachstum ist natürlich und Wettbewerb ist natürlich. Nur, die Natur hat stets einen selbstregulierendes Moment, die (Finanz)Wirtschaft nicht. Sie ist in den USA und den meisten anderen westlichen Ländern in weiten Teilen vollkommen unreguliert.
    Was jetzt zusammenbricht, betrifft eben nur uns verwöhnte Wohlstandswestler. In China und Indien geht es weiter voran. In Afrika kann es nicht schlimmer werden und in Südamerika ist spätestens seit dem Linksruck der Abwärtstrend gestoppt. All dies ist anhand von den nationalen Wirtschaftszahlen ableitbar. Dazu muss ich gestehen, vertraue ich den Zahlen hinreichend.

    Insgesamt stellt sich nach Auswertung der gegenwärtigen Geschehnisse die Lage für mich als Ökonomen so dar, dass wir Westler unseren derzeitigen Wohlstand aufgeben müssen. Das ist auch nur gerecht, da auch andere Länder und Gesellschaften einen Anspruch auf Wohlstand haben (und wenn es eben nur die Trinkwasserversorgung ist – vgl. Todaro/Smith “Economic Development”).

    Wir haben also keinen Grund uns dem Selbstmitleid zu ergeben. Wir sollten die Zukunft eher als Chance sehen uns von dem dekadenten Materialismus zu lösen. Keine Sorge – es wird auch in 10 Jahren noch möglich sein, Auto zu fahren und sein Haus zu heizen – das Auto ist dann eben etwas älter und die Raumtemperatur 20 statt 25 Grad. Was wir uns wirklich nicht mehr leisten können ist die Überbewertung von Unternehmen und Finanztiteln, die zur Schaffung von nicht real gedecktem Buchgeld führt.
    Die Realwirtschaft wird weiter bestehen bleiben – in Deutschland sind 99,7% aller Unternehmen kleine und mittlere Unternehmen, von denen nur in minimaler Bruchteil an der Börse notiert ist. Und das ist wichtiger als jeglich Bank.
    (Sollte der Geldkreislauf tatsächlich zusammenbrechen, ist das kein unlösbares Problem für die Wirtschaft. Die Ausgabe von Parallelwährungen, die regional unterschiedlich sind und nach einer bestimmten Dauer an Wert verlieren, wäre ein Ausweg – hat es schon erfolgreich gegeben)

    Eine Krise ist immer eine Chance für diejenigen, die voher nicht nach oben kamen. Dabei denke ich insbesondere an alternative Umwelttechnologie.
    Hört auf mit dem Quatsch Bargeld und Nahrung zu horten. Dass Geld ist im E-Fall eh nichts wert und Nahrung hat die EU genug für die nächsten Jahre in ihren Lagern! Wir verbrennen Getreide in Kohlekraftwerken und schütten Milch in Millionen Litern ins Mittelmeer – im Westen verhungert niemand so schnell.

    Als letzten Punkt möchte ich anfügen: nicht “die da oben” sind der Staat, der Staat sind wir! Auch wenn unser Grundgesetzt keine echte Demokratie vorsieht, besteht für jeden einzelnen die reale Möglichkeit der Einflussnahme – man schaue auf die “Freien Wähler” in Bayern oder andere lokale politische Gruppen. Einzig der Wille zur Veränderung sowie die daraus resultierende Tat schaffen Veränderung! Die DDR als Unrechtsstaat ist auch durch den Willen von erst wenigen, dann immer mehr Menschen “verändert” worden, oder schaut nach Südamerika – der Linkruck wurde erst möglich nachdem der Westen sich aus zahlreichen gewaltätigen Konflikten zurück gezogen und der Errichtung von Demokratie und Rechtsstaat freie Hand gab.
    Solange es uns aber noch (materiell) so gut geht sind wir leider zu bequem. Vielleicht kommt der Leidensdruck erst im Zuge der Krise.

    Also – kein Grund zu Selbstmitleid und Panikmache! Bevor ihr Geld und Nahrung hortet geht lieber auf die Straße und verändert was! Sonst ist es eine Niederlage vor sich selbst. Das wäre nicht im Sinne einer Persönlichkeitsentwicklung.

  11. Siegfried

    Um Panikmache geht es hier nicht (siehe „Keine Panik!“), viel mehr darum, zu informieren, weil von öffentlicher Seite alles getan wird um zu verschleiern. Die Menschen habe ein Recht auf Information und wenn die Sparguthaben in akuter Gefahr sind, dann sollten das alle wissen. Erst wenn man die Gefahr kennt, kann man angemessen handeln.

    Die aktuelle Lage sieht folgendermaßen aus: Das derzeitige Finanzsystem ist hoffnungslos verloren. Die verzweifelten Rettungsversuche der Politiker lösen das Problem nicht, sie verlagern es nur in den öffentlichen Sektor indem sie bankrotte Banken (teil)verstaatlichen. Diese Politik führt unweigerlich in den Staatsbankrott was zur Folge hat, dass die Währungen wertlos werden. Somit ist der Staat wieder schuldenfrei und ein Großteil der Bevölkerung verarmt. Nur diejenigen, die rechtzeitig ihr Vermögen in wertvollen Rohstoffen (z.B. Gold) anlegen, werden von der Krise profitieren.

    Persönlichkeitsentwicklung heißt, die aktuelle Situation anzunehmen wie sie ist und dann das Beste daraus zu machen.

  12. Clifford Brown

    Ok, mein Kommentar war sicher etwas polarisierend. Ich verstehe, dass sich Menschen Sorgen machen. Sei es um ihre Ersparnisse oder sonstige Vermögenswerte – egal, ob Real- oder Finanzgut. Es besteht aber auch wiederum kein Grund dazu, anzunehmen, dass es eine große Verschleierungskampagne gibt. Sicher ist nur, dass keiner genau weiß, was passieren wird. Denn Krisen können nicht in den zyklischen Wachstumsmodellen abgebildet werden. Auch gibt es keine Erfahrung mit Krisen derartigen Ausmaßes. Die Politiker mit ihrem naturgemäßen Interesse der Wiederwahl wollen sich nicht festlegen und äußern sich daher lieber gar nicht oder eben nur schleierhaft.
    Dennoch, es besteht zu keinem Zeitpunkt die Gefahr eines Staatsbankrotts. Diese Behauptung ist m.E. Panikmache und nicht angebracht. Solange Menschen leben, konsumieren sie. Solange es Konsum gibt, muss produziert werden. Die Vergangenheit hat schon unterschiedliche Krisen durchgemacht. Die wohl dramatischsten waren der 30-jährige Krieg und die beiden Weltkriege. Wer sich aber die Forschungsergebnisse von Barro und Sala-i-Martin anguckt, erkennt, dass es nach jeder noch so schlimmen Krise wieder bergauf ging. Das ist auch diesmal wieder der Fall.
    Deshalb sage ich, es ist falsch sich einem Fatalismus zu ergeben und die negativen Erwartungen zu einer self-fulfilling prophecy werden zu lassen. Die Situation anzunehmen wie sie ist, ist ja in der Hinsicht schon unmöglich, als dass sich uns die Realität nicht offenbart. Nur die wenigsten Menschen können eine Gleichung mit mehr als zwei Unbekannten lösen. Hier geht es um Millionen Unbekannte.
    Das Beste daraus zu machen bedeutet für mich, sich seines Verstandes zu bemühen, sich schlau zu machen und zu sehen, ob es Ähnliches in der Geschichte gab, wie damit umgegangen wurde, wie es danach weiter ging und was man für sich individuell und für seine Gesellschaft davon ableiten kann. Wer nur darauf reagiert, was ihm vorgesetzt wird, ist selbst an seinem Leid schuld. Das hat dann nichts mit selbstbewusster Lebensweise zu tun.
    Angewandt auf die Krise bedeutet es sicher, dass einige wenige profitieren und der Rest möglicherweise schlechter gestellt ist, als zuvor. Aber es gibt m.E. eine Grenze nach unten, ab der auch diejenigen aufbegehren, die noch jetzt alles glauben, was zur Krise öffentlich geäußert wird. Die Situation wird dann eben nicht mehr angenommen wie sie ist. Sie wird verändert, auch wenn es unangenehm ist und Kraft kostet – was wir wiederum annehmen müssen (im Sinne von Verzicht auf unseren heutigen Über-Luxus im Vergleich zu den Lebensumständen der meisten Menschen dieser Welt). Es werden damit natürlich viele schreckliche Einzelschicksale entstehen – Menschen die in die Schuldenfalle geraten, Geldentwertung und damit sinkende Realeinkommen (wobei gegenwärtig noch nicht klar ist, ob es nicht wie in Japan in den 90ern zu einer Deflation kommen wird!). Aber wir werden weder verhungern noch erfrieren. Es handelt sich m.E. um eine “globale Wertberichtigung”, die uns weh tun wird, aber lange überfällig war. Darum kommt auch der Einzelne auf mittlere bis lange (10 – 50 Jahre) Sicht nicht drum herum.

    Ich bedaure sehr, dass die Geisteswissenschaftler insgesamt so wenig Aufklärung betreiben. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt dafür. Darunter verstehe ich nicht die im vorangehenden Kommentar genannte oberflächliche Vereinfachung der Zusammenhänge, die zu ungenügenden Schlussfolgerungen führt, sondern eine umfassende Aufklärung, die mitteilt, dass es auch immer Bewegungen in die entgegengesetzte – in diesem Fall positive – Richtung gibt. Man kann nicht von jedem Menschen verlangen die Dinge zu verstehen – mit Verlaub – auch nicht von Politologen und Soziologen. Wir Ökonomen tun es nämlich auch nicht! Ruhe bewahren, die Lage stets analysieren und nur vermitteln, was man auch wirklich verstanden hat wäre die vernünftigere Vorgehensweise – das ist die Mindestanforderung an jeden Akademiker.

  13. Siegfried

    Lieber Clifford,
    Ich bin, so wie Du, durch die Mühlen der akademischen Welt gegangen. Danach musste ich auch immer sagen, „Alles ist so kompliziert. Ich weiß auch nicht was passieren wird.“ Das hat kaum jemandem geholfen. Erst der jahrelange enge Kontakt zu Politikern und Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft hat mir die Augen geöffnet. Ich habe erfahren, dass Wirtschaft und Politik im Grunde überhaupt nicht kompliziert sind. Es geht immer nur um Macht und Geld. Die Thematik wird nur verkompliziert, damit die Leute nicht durchblicken, was wirklich läuft. So was lernt man auf der Uni natürlich nicht. Deswegen spreche ich hier auch nicht primär als Akademiker, sondern als kritisch denkender Mensch.

    Von wegen Vereinfachung. In fünf Jahren wirst Du zurückblicken und das heutige Geschehen in wenigen Sätzen beschreiben können. Ich mache das jetzt schon. Lange bevor die Krise losging habe ich davor gewarnt. Ich wurde belächelt. Als die Krise dann wie prognostiziert eintraf, wollten plötzlich alle meinen Rat. Der ist offensichtlich sehr gefragt. Allein diese Seite wird mehrer tausend Male pro Tag aufgerufen. Wozu soll ich die Leute mit politischen, ökonomischen und soziologischen Theorien quälen? Sie wollen konkrete Information. Ich stimme mit Dir völlig überein, dass wir aufklären sollten, aber das muss in einer möglichst einfachen und klaren Weise geschehen, auch wenn dahinter viel Wissen steckt. Nicht mehr und nicht weniger mache ich hier.

    Noch einmal: Der Sinn dieses Artikels ist es nicht Panik zu verbreiten, sondern die Leute vor einer drohenden Gefahr zu warnen, damit sie sich schützen können. That’s it!

    Siegfried

  14. Falk

    Hallo Siegfried,
    wie kann bzw. muss man diesen massiven Run auf Aktien bewerten, der gestern und heute läuft ? Ist das wie ich denke nur eine technische Reaktion, oder hat das Vertrauen der Anleger und Banken durch die bekannten Maßnahmen so massiv zu gelegt.

  15. Siegfried

    Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben. Momentan wird an den Börsen Achterbahn gefahren. Ein typisches Krisenphänomen. Panik und Hoffnung wechseln einander ab. Die Börsianer glauben, alles sei wieder o.k. weil die Regierungen einspringen. Viele Leichen liegen noch in den Kellern und es wird nicht lange dauern, bis die Politiker ihre „Garantien“ einlösen müssen. Halbwegs vernünftige Leute haben sich schon längst aus dem Markt zurückgezogen und ihre Schäfchen ins Trockene gebracht. Jetzt sind nur mehr die Zocker und die Naiven drin.

  16. Manfred

    Hallo Siegfried,
    bin zufällig auf deine Seite gelandet, nachdem ich das Buch “das Silberkomplott” gelesen habe und infos über fractional banking suchte.
    Seit gut einem Jahr kaufe ich gelegentlich Gold und Silbermünzen. Z.Z. ist kaum Gold zu bekommen, bzw. lange Lieferzeiten wieso steigt bei einem knappen Gut eigentlich der Gold- Silberpreis nicht dramatisch an?
    Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass es bis zum Knall nicht mehr lange dauert.

  17. Siegfried

    In den letzten Wochen gab es einen dramatischen Anstieg in der Gold- und Silbernachfrage. Mittlerweile ist der Markt faktisch ausgetrocknet. Trotzdem stagnieren bzw. fallen die Edelmetallkurse. Wie ist das möglich? Du musst bedenken, dass Gold und Silber die größten Feinde des bestehenden Papiergeldsystems sind. Sobald es zu einem dramatischen Anstieg der Edelmetallkurse kommt, steht das Papiergeldsystem vor dem Kollaps. Daher wird alles Mögliche getan, um die Kurse niedrig zu halten.

    Der Goldkurs, wie wir ihn aus den Medien kennen, wird an der NYMEX (früher COMEX) in New York gebildet. Um den Kurs zu drücken, werden dort große Goldbarren (zu je 400 Feinunzen = 12,44 kg) von den Zentralbanken und dem IWF auf den Markt geworfen. Dass der Markt an Münzen und Kleinbarren praktisch ausgetrocknet ist, spielt dabei noch keine Rolle. Erst, wenn auch diese 400oz-Barren von Großinvestoren aufgekauft sind, wird die Goldpreisdrückung zusammenbrechen und der Kurs explodieren.

  18. Manfred

    Hallo Siegfried,
    vielen Dank für deine prompte und verständliche Antwort.
    Es ist für mich das erste mal, dass ich mich in einem Forum im Internet zu Wort gemeldet habe, um so erfreulicher der erste Kontakt.
    Warten wir mal ab wie´s mit der Finanz-Goldpolitik weitergeht.
    Habe gestern im kleinen Bekanntenkreis das Thema mal angesprochen, und war über die Reaktion erstaunt. Statt erfreut zu sein über den Tipp ein Teil seines Ersparten in Edelmetall anzulegen, erntete ich entrüstete Antworten ich wäre ein Schwarzmaler und alles würde sich demnächst wieder zum Guten wenden, der Staat wird´s schon richten.
    …..Langsam wird es klar wie es so weit kommen konnte….
    Grüße Manfred

  19. Siegfried

    Die Reaktion Deiner Bekannten ist nur allzu menschlich. Als ich noch vor einem halben Jahr über die Gefahr einer weltweiten Finanzkrise sprach, wurde ich belächelt. Inzwischen hat sich die Situation geändert und es sollte sich ein gewisses Bewusstsein dafür entwickelt haben.
    Wir wurden dazu erzogen auf den Staat zu vertrauen. Die Politik der letzten Jahrzehnte ist, was unseren Wohlstand betrifft, auch durchaus erfolgreich gewesen. Die heute lebenden Generationen haben die Wirtschaftskrisen der 20er-Jahre nicht erlebt und können sich gar nicht mehr vorstellen, dass so etwas wieder passiert. Wenn man sich aber die heutige wirtschaftspolitische Realität anschaut, muss man davon ausgehen, dass sich die Geschichte wiederholt.

  20. Miranda

    Lieber Herr Trebuch, ich habe mit großem Interesse die Beiträge in diesem Forum gelesen.
    Ich möchte zu der Anmerkung des Clifford Brown sagen, das die Veränderungen damals in der DDR entstanden sind, weil es die Menschen leid waren “eingesperrt” zu sein.Sie hatten es satt sich von diesem Staat vorschreiben zu lassen wie sie ihr Leben führen “mußten” Dies war aber ein langer Prozess, da jeder Angst hatte vor den Konzequenzen der eigenen freien Meinung.Denn diese zu äußern,hatte schwerwiegende Folgen.Der Hintergrund dieses Auflehnens war also ein ganz anderer.
    (Ich bin in der DDR geboren und aufgewachsen)
    Das dazu!I Ich habe auch meinen Freunden und Bekannten von den Erläuterungen zur Finanzkrise die Sie berichten erzählt.Auch ich wurde mitleidig angesehen(der Staat macht das schon)!!
    Ich bin kein Mensch der sich leicht beeinflussen lassen würde.Aber alles in allem gesehen,vertraue ich ihnen und ihrer Meinung.
    Lieber Herr Trebuch,ich habe keine Schulden und keinen Kredit am laufen.Ich habe aber eine Lebensversicherung, die in 9 Jahren zur Auszahlung kommt.Diese hatte ich vor Jahren ruhen lassen-aber nicht gekündigt.Was raten Sie mir?Kündigen (trotz hohem Rückkaufswert)?
    liebe Grüße
    Miranda
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ein gutes neues Jahr

  21. Siegfried

    Liebe Miranda,
    Meine Meinung, die ich hier publiziere, basiert auf umfangreichen Recherchen und eigenständiges Denken. Ich versuche sie hier möglichst klar wiederzugeben. Jedem denkenden Menschen wird es ein Leichtes sein, meine Gedanken nachzuvollziehen. Dass Sie von Ihren Bekannten mitleidig angesehen werden war zu erwarten. Woher sollen sie es auch besser wissen? Die Masse bezieht ihre Informationen aus den Massenmedien, deren Funktion es primär ist, die Masse zu steuern. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie ich angesehen wurde, als ich vor einem halben Jahr von einer bevorstehenden Weltwirtschaftskrise sprach. Das hat sich bis heute etwas geändert, aber viele kapieren immer noch nicht, was los ist. Es ist, wie es immer war: Die breite Masse erwacht zum Schluss. Wenn Sie sich was Gutes tun wollen, reden Sie nicht allzu viel über diese Dinge. Es ist meistens nicht angenehm, seiner Zeit voraus zu sein.

    Vertrauen Sie nicht mir, vertrauen Sie Ihrem Verstand, wenn es um Geldangelegenheiten geht. Ihre Lebensversicherung läuft auf Euro. Ich befürchte, dass es den Euro in 9 Jahren nicht mehr geben wird (Die Hyperinflation kommt). Gold hingegen wird es in 9 Jahren sicher noch geben. Was würden Sie also tun?

    Ich wünsche Ihnen auch ein gutes und gesundes neues Jahr!

  22. Ramona

    Wodurch wird meine Welt zu dem was sie ist? Diese Fragen und noch mehrere gleicher Art habe ich mir oft gestellt.
    Ich bin zu der Überzeugung gekommen, dass alles was ich mir vorstellen kann existiert – nämlich in meiner Vorstellung. Dazu gehören Gedanken und Gefühle. Halte ich lange genug daran fest, bekomme ich, was ich mir vorgestellt habe. So habe ich durch konkrete erlebte Erfahrungen verstanden, dass ich meine Welt erschaffe (jeder Mensch hat das schon mehr oder weniger bewusst erlebt))
    Vor zwei Wochen fragte ich bei einem Abend meine Gäste: “Was wäre, wenn in allen Medien eine Weltwirtschaftskrise angekündigt wird und keiner glaubt es? Mein 11 jähriger Sohn antwortete promt: Dann gibt es keine!!!” Heißt es nicht wir sollen alle wieder werden wie die Kinder? (Ich gehöre keiner bestimmten Glaubensrichtung an). Es ist meines Erachtens die Einfachheit der Kinder, die wir entbehren.
    Ich bin der Überzeugung, dass wir (das gesamte Volk) als kollektive Einheit diese Krise erschaffen indem wir gedanklich, gefühlsmäßig (Angst) und durch unsere Vorstellung daran festhalten.
    Die Zukunft ist immer offen und alles ist immer möglich. Um eine globale positive Veränderung der bestehenden Zustände herbeizuführen, brauchen wir keine Weltwirtschaftskrise sondern positive Vorstellungen, Gedanken und Gefühle.
    Das ist für mich der beste Schutz vor einer Weltwirtschaftskrise. Es hieß doch auch: “Es geschehe dir nach deinem Glauben”.

    Was meinst du zu diesem Ansatz Siegfried?

  23. Siegfried

    In allen Medien einfach zu verbreiten, es gäbe keine Wirtschaftskrise, würde nichts daran ändern, dass sie trotzdem kommt. Warum? Die Weltfinanzkrise, die jetzt in eine Weltwirtschaftskrise übergeht ist eine materielle Tatsache.

    Über Jahrzehnte wurde ein System aufgebaut, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war (siehe dazu „Die wahre Ursache der Weltfinanzkrise“). Es wurde von Menschen erdacht und muss zur Lösung der Krise durch ein neu erdachtes ersetzt werden. Da gibt es keine rein spirituelle Lösung. Wir leben auch noch in einer materiellen Welt.

    Wenn die Warnlampe Deiner Tankuhr im Auto aufleuchtet, wirst Du auch die nächste Tankstelle ansteuern und nicht einen vollen Tank visualisieren. Wenn Du Dir ein Bein brichst, wirst Du auch einen Arzt rufen und nicht ein geheiltes Bein visualisieren. Es gilt das Prinzip, des geringsten Widerstandes. Auf materieller Ebene heißt es, mit den Füssen auf dem Boden bleiben.

  24. Ramona

    Ich kann deine Erklärung gut annehmen,
    Dennoch macht es einen Unterschied ob die Veränderung Angst hervorruft oder angenehme Gefühle.
    Darum finde ich ja deine website so wunderbar, weil sie durch Erklärungen und aufmerksam machen eine Möglichkeit darstellt ein klareres Bild und Verständnis aufzubauen.
    Der Boden unter meinen Füßen fühlt sich gut und fest an.
    Wenn meine Tankuhr aufblinkt ist das für mich nichts Unerwartetes. Ich weiß ja, dass ich irgendwann etwas nachfüllen muss, weil das in der materiellen Welt so ist. Das macht mir keine Angst. Wenn ich mir dann vorstelle, dass die nächste Tankstelle die Günstigste weit und breit ist – ist daran etwas schlecht?
    Ebenso macht es mir keine Angst, wenn mein Bein gebrochen ist, denn das ist dann ja bereits geschehen. Es verbessert aber meine Lage, wenn ich mir vorstelle, dass es z.B. ein einfacher Bruch und der diensthabende Arzt gefühlvoll und freundlich ist.
    Ich wollte darauf aufmerksam machen, dass es eine Wahl gibt zwischen einem angenehmen und unangenehmen Umgang mit der bestehenden Situation. Ich nehme an du bist mit mir einer Meinung, dass ein Mensch eine Sache viel besser annehmen kann, wenn er die Vorteile darin erkennt, als wenn er Angst davor bekommt. Damit ist keine Schönfärberei gemeint.

    Meiner Meinung nach geht es vielmehr um Aufklärung als um negative Prognosen. Wenn den Menschen bewusst wird, warum es zur Veränderung kommen muss, können doch durch das richtige Verständnis viel mehr positive Ideen geboren werden um die Veränderung zu erleichtern. Die ausgelöste Angst durch häufig katastrophale Vorhersagen blockiert das aber. Die Einsicht mobilisiert viel mehr Energie zur positiven Umwandlung – als eine schlechte Prophezeiung.

    Spirituell zu sein bedeutet für mich ausschließlich seinen Geist zu benutzen. Das macht JedeR, der hier einen Beitrag, eine Frage oder Kommentar schreibt. Wir sind alle spirituell! Die Frage ist nur ob wir unseren Geist bewusst nutzen. Leider wird das Wort häufig missverstanden und zur Beurteilung von etwas, das JedeR hat und ist.
    Und zugleich ist es der Teil, welchen man als den Fühlenden bezeichnen kann. Denn was löst denn der rein rationelle Aspekt der Weltwirtschaftskrise aus? Muss es denn immer noch schwer gehen und hart sein? Oder darf es etwas sanfter und weicher werden? Es braucht doch die Ausgewogenheit von Beidem, wie du ja auch sagst. Also warum denn nicht auch bei diesem Thema?

    Ich habe oft den Eindruck, dass spirituelle Menschen als naiv betrachtet werden. Das ist wohl aus einem Unverständnis desselben entstanden. Wenn bewusst wird, dass alles aus diesem Spirit kommt, besteht eine Möglichkeit, dass sich das ändert.
    Doch wie so viele Meinungsverschiedenheiten, kommt wohl auch das durch Missverständnissen zustande.
    Ich habe nicht von einer rein spirituellen Lösung geschrieben. Doch in der Tiefe betrachtet braucht es genau das. Denn der Spirit vereint Denken und Fühlen. Du bist doch sicher auch der Meinung dass es Geist braucht für diese Situation? Der Punkt ist ja, dass im Spirit beides enthalten ist. Sonst geht es ja wieder rein rationell weiter!
    Ich weiß, dass ich diesbezüglich sehr hartnäckig sein kann. Das bin ich mir und dem großen Ganzen einfach wert. Ich hoffe du nimmst das wertfrei auf !

    Herzliche Grüße
    Ramona

  25. Siegfried

    Ich denke, wir meinen im Grunde genau das Gleiche: Spiritualität und Rationalität müssen sich harmonisch ergänzen. Beides hat seinen rechten Platz.

    Herzliche Grüße,
    Siegfried