Bitte beachten Sie, dass ich untenstehenden Text am 1. Februar 2009 veröffentlicht habe. Jetzt erleben wir gerade, wie sich das damals Beschriebene vor unseren Augen verwirklicht. Stellen Sie sich auf eine baldige Währungsreform ein! Vielleicht kommt sie schon in den nächsten Tagen. Lesen Sie dazu auch meinen Artikel: “Wirtschaftskrise – Die Ruhe vor dem Sturm”.
Das Weltwirtschaftsforum in Davos ist vorbei. Mit dem optimistischen Motto “Die Welt nach der Krise gestalten” hatte es begonnen, mit Katzenjammer hat es geendet. Denn trotz hochkarätiger Gäste und über 200 Gesprächsrunden in fünf Tagen kam man gar nicht dazu, über das “Danach” zu sprechen, und scheiterte schon an der Frage, wie man aus der Finanz- und Wirtschaftskrise herauskommt.
Ein klares Zeichen dafür, dass sich auch schön langsam in der Kaste der Politiker die Einsicht durchsetzt, dass der sterbenskranke Patient Weltfinanz- und Wirtschaftssystem nicht mehr zu retten ist, wie ich es bereits in meinem Beitrag “Weltwirtschaftskrise” am 18. August 2008 geschrieben habe. Zwar laufen die Herz-Lungen-Maschinen und Finanzinfusionen noch auf Hochtouren, aber die “Ärzte” sind zunehmend pessimistisch und geben dem “Patienten” immer weniger Überlebenschancen.
Es dauert eben seine Zeit, bis sich die Einsicht auf breiter Ebene durchsetzt. Zuerst war es eine Handvoll vorausschauender und mitdenkender Geister, die den Lauf der Geschichte erkannten. Sie sind die Rufer in der Wüste, die wie immer nicht gehört werden. Dann kam im Oktober 2008 der große Schock und die Vermutung machte sich breit, dass an den Krisenwarnungen doch was dran sein könnte.
Die Politik steuerte wie immer durch “Aufdrehen des Geldhahnes” dagegen, wie es mittlerweile durch alle Medien tönt. Was sonst könnte sie schon tun. Die Massen durch Medienmanipulation zu beruhigen und die Gelddruckerpresse anzuwerfen sind ihre einzigen Mittel um den Kollaps zumindest noch um ein paar Monate hinauszuzögern. In Davos hatten sie die Gelegenheit, sich gegenseitig zu erzählen, wie düster es in ihren Ecken der Welt aussieht. “Überall dasselbe Bild” werden sie sich gedacht haben. Spätestens jetzt dürfte ihnen klar geworden sein, dass wir gerade das Ende des alten Finanz- und Wirtschaftssystems hautnah miterleben. Wir befinden uns in keiner vorübergehenden Krise, wir durchleben einen Epochenwechsel.
Die Masse hat das noch nicht begriffen. Viele meinen, das Schlimmste sei überstanden, die Aktien seien im Keller und es kann nur noch besser werden. Zu lange ist der letzte Wirtschafszusammenbruch vorbei. Die Generation, die so eine Erfahrung noch am eigenen Leib miterlebt hat, ist praktisch ausgestorben. Zeit für den nächsten Kondratieff –Winter und wir befinden uns schon mitten drin.
Wie aber wird sich der Kollaps weiter entfalten? In “Die Hyperinflation kommt” habe ich das Szenario für die nächsten ein bis zwei Jahre beschrieben. Kurz gesagt wird das Aufdrehen der Geldhähne mittelfristig zu einer galoppierenden Inflation führen. Derzeit ist in den Medien das Gegenteil zu lesen. “Inflation auf Tiefststand” heißt es. Noch ein Grund mehr für die Politiker, Geld ins System zu pumpen.

Ölpreisentwicklung von März 2008 bis Jänner 2009
Jeder Hyperinflation geht eine Deflation voraus. Sehr schön konnten wir das an den Rohstoffpreisen beobachten. Der Ölpreis fiel von seinem Höchststand von 147 Dollar im Juli 2008 auf unter 40 Dollar zu Weihnachten. Auch Gold bekam die Deflation zu spüren, wenn auch in einem weit harmloseren Ausmaß: Es fiel von über 1000 Dollar im März auf unter 720 Dollar im November vergangenen Jahres. Heute liegt es wieder bei 927 Dollar. In Euro gerechnet jagt es von einem Allzeithoch zum nächsten.

Goldpreisentwicklung von März 2008 bis Jänner 2009
Diese Fakten deuten darauf hin, dass wir den Tiefpunkt der Deflationsphase gegen Ende des letzten Jahres durchschritten haben. Wir schwenken also wieder auf Inflationskurs ein. Sehr deutlich ist das am Verfall der Währungen Dollar und Euro zu erkennen. Das Maß dafür ist seit jeher der Goldpreis: Je höher er steigt, desto tiefer fällt das Vertrauen ins Papier(geld).
Der Ausspruch des französischen Philosophen Voltaire (1694-1778):
wird sich erneut bewahrheiten. Behalten Sie den Goldpreis im Auge: Wenn er kräftig steigt, ist der Tod des Finanzsystems nicht mehr weit.
Durch die Deflation sind die Benzinpreise an den Zapfsäulen zwar um ca. 30% zurückgegangen, aber das entspricht bei weitem nicht dem Rückgang beim Erdöl von 80%. Wer sich die Differenz unter den Nagel reißt, ist nicht schwer zu erraten. Nicht umsonst schrieben die Erdölkonzerne im Jahr 2008 Rekordgewinne und Steuern werden auf den Spritpreis ja auch noch erhoben (60% in Deutschland!).
Bedenklich stimmen mich aber die Lebensmittelpreise. Sie sind in der Deflationsphase praktisch gar nicht gefallen. Das deutet darauf hin, dass sie in der Inflationsphase umso stärker steigen werden. Wenn die Politiker eine Revolte vermeiden wollen, werden sie sich diesbezüglich noch etwas einfallen lassen müssen.
Ganz schlecht geht es unserem lieben Freund, dem Euro. Stolz wurde er am 1. Januar 1999 als Buchgeld, drei Jahre später am 1. Januar 2002 als Bargeld eingeführt. Wer wissen will, wie er sich seither auf die Preise ausgewirkt hat, brauch nur einmal nachrechen, wie viel 1 kg Brot 1999 kostete und wie viel man heute dafür hinlegen muss. Seinem Spitznamen “Teuro” ist er voll gerecht geworden, aber das ist harmlos im Vergleich zu dem, was uns noch erwartet.
Der Euro steht auf tönernen Füßen. Die Fliehkräfte innerhalb der EU nehmen mit fortschreitender Wirtschaftskrise zu. Ganz Tief in der Krise steckt Spanien. Dort ist eine Immobilienblase ungeahnten Ausmaßes geplatzt. Sollten die Spanier auf die Idee kommen, aus der Eurozone auszutreten, würde das den tiefen Fall des Euro einleiten. Ähnlich sieht die Situation in Italien, Portugal und Griechenland aus. Wir befinden uns in einem Dominospiel: Wenn ein Stein fällt, fällt auch der nächste und dann kann es sehr schnell gehen.
Wenn der Euro massiv an Wert verliert, wird sich die EU überlegen müssen, wie sie mit ihrer Währung weitermacht. Entweder, sie schafft eine “Eurokernzone” oder sie trägt ihn überhaupt zu Grabe, wenn ihn nicht einmal mehr die Deutschen und Franzosen wollen. Ob der Euro das Jahr 2009 überlebt?
Mehr dazu finden Sie in der Finanzpresse:
Der Euro schwebt in höchster Gefahr
Geld-Not im Euroland
Europa: “Märkte wetten auf Explosion des Euro”
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Gold Philharmoniker wird in den USA um 1799 Dollar angeboten
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