Kategorien: Weltwirtschaftskrise

Geld ohne Wert

2. Oktober 2008 von Siegfried Trebuch
2012 - Ende, Transformation, Neubeginn?

Die Finanzkrise ist voll im Gange. Die Finanzminister springen mit Garantien ein, von denen vor einem Jahr noch keiner zu träumen gewagt hätte. Die EU „garantiert“ Einlagen bis zu 50.000 Euro, manche Länder bis 100.000 Euro. Der österreichische Ministerrat hat sogar eine „unbegrenzte“ Einlagensicherung beschlossen.

Das einzige was noch zählt, sind populistische Entscheidungen, die die Umfragequoten wenigstens für ein paar Tage wieder anheben. Regierungen rund um den Globus wollen und werden bankrotte Banken verstaatlichen. Mit anderen Worten: Der brave Durchschnittsbürger wird für die skrupellosen Machenschaften einiger geldgieriger Börsenzocker zur Kasse gebeten indem Schulden von privaten Konzernen auf die Bevölkerung übertragen werden. Hunderte Milliarden Dollar und Euro werden von Staaten aufgenommen, um „die Krise zu bewältigen“. So erklärt sich auch die Bedeutung des Wortes “Staatsbürger”: Der Bürger bürgt für den Staat.

Das ist ungefähr genau so, wie wenn Sie ein Feuer mit Benzin löschen wollten mit dem Argument, Benzin sei ja auch nass. Was aber wird die Folge dieser Politik sein? Kurzfristig beruhigt man die Bevölkerung, weil sie ernsthaft glaubt, ihr Geld sei sicher. Von der Inflationsflut, die auf sie zurollt haben sie aber noch keine Ahnung (mehr dazu in „Inflation“). Was wollen die Bürger mir ihren 100.000 „gesicherten“ Euro, wenn Sie dafür nur mehr den Gegenwert von 10.000 Euro bekommen?

Das scheint niemand zu durchschauen. Hauptsache die Zahl stimmt, der Wert ist egal. Machen Sie sich doch einmal die Mühe und rechnen Sie Ihre heutigen Ausgaben einmal in D-Mark oder Schilling um, dann bekommen Sie einen Eindruck davon, wie hoch die Inflation wirklich liegt. Und das ist erst der Anfang. Der Dollar und der Euro werden regelrecht an die Wand gefahren. Die Zentralbanken haben Ihre Hauptverantwortung, die Geldwertstabilität zu sichern, längst begraben. Es geht nur mehr um die Aufrechterhaltung des bestehenden Systems mit allen Mitteln und zu jedem Preis.

Die Illusion, dass Papiergeld einen stabilen Wert hätte, ist uns so lange eingebläut worden, dass wir uns eine massive Geldentwertung wie in den 20er-Jahren gar nicht mehr vorstellen können (mehr dazu in „Weltwirtschaftskrise“). Wenn wir einen 100-Euro-Schein sehen, glauben wir wirklich, es sei etwas wertvolles. Geld ist Papier und hat keinen realen Wert. Ob es was wert ist oder nicht hängt ausschließlich vom Vertrauen der Menschen in die Staaten ab, die es herausgeben.

Es scheint so, als ob sie eine Krisenkasse hätten, aus der sie in heiklen Zeiten schnell einmal ein paar hundert Milliarden rausnehmen könnten, um die Löcher im Finanzsystem zu stopfen. Aber diese Krisenkasse gibt es nicht. Der Einlagensicherungsfond ist ein Tropfen auf dem heißen Stein. In der derzeitigen Finanzkrise sind diese Reserven längst aufgebraucht. Sie reichen höchstens für eine größere Bank, aber nicht für einen Dominoeffekt, wie wir in derzeit erleben.

Zu behaupten, alle Ersparnisse seien sicher ist ein weiterer psychologischer Trick um die Massen ruhigzustellen. Der Zug ist längst abgefahren und die Politiker wissen das. Die Rettungsboote sind bereit. Die Verantwortlichen stehen in den Startlöchern um die Flucht anzutreten wenn die Massenpanik losgeht. Wie könne Sie Ihre Ersparnisse in Sicherheit bringen? Kaufen Sie etwas, was wirklich Wert hat, diesen Wert nie verlieren kann und jede Krise übersteht: Gold!

Gratis Bewusstseinsentwicklungs-Newsletter

Mit dem kostenlosen Bewusstseinsentwicklungs-Newsletter erhalten Sie regelmäßig Informationen, die Ihren Horizont erweitern und Tipps, wie Sie Ihr Leben erfolgreicher und glücklicher gestalten können. Ihre E-Mail-Adresse wird vertraulich behandelt und selbstverständlich nicht an Dritte weitergegeben. Sie gehen keinerlei Verpflichtungen ein und können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.
Geben Sie bitte hier Ihre E-Mail-Adresse ein:


2 Kommentare zu “Geld ohne Wert”

  1. Nico

    Lieber Sigi, Deiner Sicht der Dinge ist zuzustimmen. Tatsächlich geht die Reaktion der Politik am Kern des Problems vorbei. In der Tat ist nicht einzusehen, warum die Allgemeinheit für die Fehler einzelner einzustehen hat. Eines darf man freilich nicht übersehen: die “kleine” Republik Österreich kann sich im Konzert der Europäischen Union dem Geschehen, das durch andere “größere” Mitgliedstaaten geprägt wird, kaum (bis gar nicht) entziehen. Und ein weiterer Punkt sollte nochmals betont werden: gesichert werden Spareinlagen. Für sonstige Finanzinstrumenten gilt die Einlagensicherung, von der hier die Rede ist, nicht. Für die gilt – wenn überhaupt – nur die Anlegerentschädigung nach Wertpapieraufsichtsgesetz und ist mit 20.000 Euro gedeckelt. Wie immer – sachlich gerechtfertigt, was hier passiert…

  2. Siegfried Trebuch

    Lieber Nico,
    Es freut mich, dass Du Dich auf meiner Website zu Wort meldest! Für die anderen Leser möchte ich Dich kurz vorstellen: Nico ist ein lieber Freund von mir. Er ist Dr. der Rechtswissenschaften und hat gerade seine Habilitation über europäisches Bankenrecht fertig gestellt. Ein echter Experte also. Zwischen ihm als Jurist und mir als Politikwissenschafler entwickeln sich immer sehr anregende Gespräche.

    Du hast natürlich Recht. Die Einlagensicherung gilt nur für Spareinlagen. Aber nehmen die Banken wirklich das Geld der Sparer, legen es in einen Topf und holen es erst wieder raus, um die Sparer auszubezahlen, wenn eine Bank den Bach runter geht? Ich denke, die Einlagensicherung ist eine rechtliche Zusicherung. Woher das Geld wirklich kommt, wird erst entschieden, wenn der Krisenfall eingetreten ist.

    Du bringst einen ganz wesentlichen Punkt in die Diskussion ein, nämlich den der Souveränität von Nationalstaaten. Im Zuge der Globalisierung haben die einzelnen Staaten beträchtlich an Souveränität verloren. Die Politik hat uns das als große Errungenschaft verkauft. „Die Welt rückt zusammen“, „Grenzen lösen sich auf“, „Handelsschranken fallen weg“. Aber was sind die realen Effekte dieser Politik? Kein Land kann sich mehr gegen eine globale Wirtschaftskatastrophe schützen. Profitiert haben in erster Linie Großkonzerne.

    Wenn man heute eine Europareise macht, stellt man fest, dass in allen Innenstädten mehr oder weniger die gleichen Konzernfilialen vertreten sind während man alteingesessene Klein- und Mittelbetriebe vergeblich sucht (mehr dazu in „Die Geldsklaven die Goldschmied Fabian“). De facto machen in Brüssel die Konzerne die Politik. Sie sind es auch, die sich die Politiker nach ihrem Gusto aussuchen. Die nationalen Politiker wurden in ihrer Handlungsfähigkeit zu Marionetten degradiert, so dass sie nur mehr kosmetisch korrigierend eingreifen können.

    Wenn sie nicht das tun, was den Vorstellungen des Großkapitals entspricht, sind sie die längste Zeit an der Macht gewesen. Das ist heute unsere politische Realität. Eine kleine globale Elite aus Wirtschaft, Politik, Medien und Finanz sagt, wie der Hase läuft. Aber das wird nicht mehr lange so funktionieren. Die Leute lassen sich das irgendwann nicht mehr bieten. Sie wollen ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen und genau das werden sie auch tun, wenn in ein paar Jahren das globale Kartenhaus zusammengebrochen ist.

Einen Kommentar schreiben

Kommentieren auf SiegfriedTrebuch.com

Bitte verwenden Sie zum Kommentieren Ihren Vornamen und keine Nicknames. Dadurch bleiben Sie noch immer anonym und die Community kann Sie beim Namen nennen. Bitte bemühen Sie sich, klar und fehlerfrei zu schreiben (Rechtschreibprüfung). Achten Sie darauf, dass Ihr Kommentar zum Thema passt! Ich behalte mir das Recht vor, unpassende, niveaulose oder gar beleidigende Kommentare zu löschen. Bitte halten Sie sich an das 1000-Zeichen-Limit. Kettenkommentare werden nicht freigeschaltet.

Alles, was die Community bereichert, ist willkommen!

Siegfried Trebuch

(Maximal 1000 Zeichen)
Zeichen verbleiben.