Polarität – Die Welt ist eine Küche

10. Dezember 2007 von Siegfried Trebuch
2012 - Ende, Transformation, Neubeginn?

Es ist ein alter Hut:

Alles im Universum hat zwei Pole.

hell – dunkel, kalt – heiß, schwarz – weiß, Mann – Frau, Liebe – Hass, arm – reich, krank – gesund, u.s.w. Die ältesten bekannten Ausführungen über Yin und Yang finden sich im I Ging, das als Buch in die Zeit der westlichen Zhou-Dynastie (etwa 1045-770 v. Chr.) datiert werden kann. Yin und Yang sind zwei Klassen von Eigenschaften, zwei Gruppen von Yin-YangAspekten der Wirklichkeit, auf deren unterschiedlicher Kombination alle Erscheinungen beruhen. Yin und Yang ergänzen und bedingen einander und lösen einander in rhythmischem Wechsel ab. So steht das Yin vertretend für das Feminine, Ruhe und Erholung und das Yang für das Maskuline, Aktivität, Arbeit. Das eine kann nicht ohne das andere existieren. In ihrem Wechselspiel und Zusammenwirken zeigt sich die Ordnung des Universums. So betrachtet erscheint keines der beiden als wichtiger oder als moralisch überlegen.

Alles hat zwei Pole. Jeder Aspekt dieser Welt besteht aus einem Gegensatzpaar. Es ist das fundamentale Prinzip des Universums, deswegen nenne ich es das erste universelle Prinzip. Sie würden Dutzende dieser Polaritäten finden. Es ist ein einfaches und offensichtliches Prinzip. Obwohl es seinen Ursprung in China hat, ist dieses Prinzip in allen Kulturen, Religionen und Philosophien bekannt, auch in unserer. So spricht Hegel von der Polarität als „von einem Unterschiede, in welchem die Unterschiedenen untrennbar sind“ (Hegel, Logik I, 11). Überall findet man zwei Seiten der Medaille. Die Pole sind die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Sache, untrennbar zu einer Einheit verbunden. Keiner von beiden ist schlechter oder besser als der andere. Es gibt keinen Tag ohne Nacht, keine Armut ohne Reichtum.

Magnet brechenIn der Physik kann man das gut beobachten: Was glauben Sie passiert, wenn Sie einen Stabmagneten mit Nordpol und Südpol in der Mitte auseinander brechen? Wenn Sie erwarten, dass Sie zwei Teile mit jeweils dem Nord- und Südpol erhalten, liegen Sie falsch. Auf jedem der beiden Teile bildet sich wieder ein Nordpol-Südpol-Paar. Es gibt keine magnetischen Monopole.

Kein Pol ist gut oder schlecht.

Sie sind die zwei gegenüberliegenden Extreme derselben Sache und bilden zusammen eine harmonische Einheit.

Graustufen zwischen schwarz und weißNoch ein kleines Beispiel aus der Physik: Zwischen den Farben schwarz und weiss gibt es unendlich viele Abstufungen von grau. Das ist einleuchtend und damit werden die meisten auch kein Problem haben.

Richtig interessant wird es, wenn wir die Polarität im sozialen Bereich betrachten. Dann ist es mit der Wertfreiheit nicht mehr so einfach. Zwischen Arm und Reich gibt es alle erdenklichen Abstufungen vom Bettler auf der Straße, der von der Hand in den Mund lebt, bis hin zu Bill Gates, der so viel Geld hat, dass er es gar nicht mehr ausgeben kann.Die Welt, in der wir leben, ist ganz offensichtlich aus einer Unzahl von Polaritäten aufgebaut zwischen denen sich ein Spannungsfeld auftut. Ist das durch Zufall so oder hat das einen besonderen Grund? Wenn wir nur einen Schritt weiter denken, bemerken wir, dass es gar nicht anders sein kann. Ohne diese Gegensätze könnte diese Welt gar nicht existieren. Stellen Sie sich vor, es gäbe nur schwarz. Kein weiß und keine Farben. Ziemlich finstere Angelegenheit, finden Sie nicht? Stellen Sie sich vor, es gäbe nur reiche Leute auf der Welt. Sie wären zum Reichtum verdammt und könnten gar nichts dagegen tun. Stellen Sie sich vor, alle wären immer gesund. Es würde den Begriff Krankheit gar nicht geben. Das mag zwar nicht so schlecht klingen, die Sache hat aber einen gewaltigen Haken: Wir wären gefangen in einer Welt, in der keine Veränderung möglich ist.

Erst durch dieses Spannungsfeld zwischen den Polen bekommen wir die Freiheit zu wählen. Sie können zum Beispiel sagen: “Ich habe nicht genug Geld und will mehr davon haben.” oder “Dieser Beruf gefällt mir nicht, ich will einen anderen.”

Polarität gibt uns die Freiheit zu wählen.

GewürzeOhne Polarität wäre alles festgelegt. Wir lebten in einem Gefängnis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Erst die Polarität erschließt uns eine Spielwiese mit unendlichen Erfahrungsmöglichkeiten. Wir leben in einer Welt der Gegensätze, in der wir die Freiheit haben, Entscheidungen zu treffen, uns zu verändern und entwickeln. Und genau darum geht es in diesem Leben hier auf dieser Welt. Wir können uns sozusagen die Rosinen aus dem Kuchen picken, womit wir beim Thema Küche wären. Eine Küche ist das ideale Bild für das Verständnis dieser Welt. Geboren zu werden ist wie in eine üppig ausgestattete Küche einzutreten. Hier sind alle nur erdenklichen Zutaten im Überfluss vorhanden. Sie können einen deftigen Schweinsbraten zubereiten, eine gesunde Gemüsesuppe kochen oder eine leckere Sachertorte backen. Alles was fehlt ist ein Koch, der aus dem Vorhandenen was Köstliches macht. Wer dieser Koch ist erfahren sie in ‘Singularität oder die Kunst aus sich selbst zu leben’.

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7 Kommentare zu “Polarität – Die Welt ist eine Küche”

  1. Jackie

    Hallo lieber Siegfried!
    Hier einige meiner Gedanken zu diesem Beitrag:

    - bei “ergänzen und bedingen” dachte ich mir, dass die Polarität sehr wichtig auch ist für uns Menschen, um zu lernen und dadurch zu wachsen, weswegen wir ja auch auf unserem Lernplaneten Erde sind. Ich würde das an dieser Stelle halt sehr passend finden “wachsen” und “lernen” zur Polarität einzubauen.

    - Ich weiß und verstehe was du mit Weltordnung meinst, aber wie verstehen das andere Leser? Vielleicht kurz beschreiben, was du darunter verstehst und du eher die spirituelle Natur der Weltordnung und -schaffung meinst.

    - vielleicht kannst du in einem Satz einbauen, was Yin und Yang für Eigenschaften haben. Eigentlich kann das jeder nachschlagen, aber ich würde es kompakter finden. Also z.B. ‘das Yin, vertretend für das Feminine, Ruhe und Erholung… und das Yang symbolisiert das Maskuline, Aktivität, Arbeit…’ irgendwie so. Das macht das ganze runder finde ich, weil du vorher von den zwei Klassen und Aspekten redest und ich finde, du solltest sie auch kurz erwähnen.

    - dass wir die Polarität brauchen, um in Freiheit Entscheidungen zu treffen und sich dadurch unendlich viele Möglichkeiten ergeben, finde ich super!!!!! Unbedingt so lassen!

    - was hältst du von “Jeder Pol ist gleichwertig und wichtig” statt der “gut, schlecht” Sache?
    Denn auch wenn die menschliche Welt in negativ und positiv beurteilt und verurteilt, ist beides wichtig, weil wir ja sonst keinen unterschied kennen und somit auch manchmal unser glück gar nicht sehen.

    - zwischen schwarz und weiß liegen auch alle anderen SpektralFarben. Bist du schon mal vom Tag in die Nacht geflogen? Da fliegt man vom Licht (Sonne) ins Schwarze (Nacht) und bei diesem wunderbaren Übergang sieht man am ganzen Himmel alle nur möglichen Farben für unser menschliches Auge.

    Nur so einige Ideen…
    Freu mich sehr auf eine Antwort von dir.
    Jackie

  2. Siegfried

    Hi Jackie!

    Danke für Deine Anregungen! Ich will auf jeden Deiner Punkte eingehen:

    - „lernen und wachsen“: „Wachsen“ ist ein sehr passender Begriff. Die Polarität gibt uns die Freiheit, alles Erdenkliche auszuprobieren und somit Erfahrung zu sammeln wodurch wir „wachsen“. Sinn und Zweck des Universums ist die Expansion.
    Weniger passend finde ich den Begriff „lernen“, da wir auf dieser Welt keine „Lektionen“ zu lernen haben. Es gibt keinen Lehrplan wie in der Schule und auch keine Lehrer. Wir haben natürlich die Freiheit irgendwelche Menschen als „Lehrer“ auszuerkoren. Aber alles was wir „lernen“ können, liegt schon in uns. Letztlich sind wir also alle unsere eigenen „Lehrer“. (Siehe dazu auch „Singularität“)

    - Du hast recht, Weltordnung könnte man auch politisch verstehen. Den Begriff „Weltordnung“ habe ich durch „Ordnung des Universums“ ersetzt. Das Polaritätsprinzip gilt nicht nur auf dieser Welt sondern im gesamten sichtbaren und unsichtbaren Universum.

    - Deine Anregungen zu Yin und Yang habe ich übernommen. Darüber könnte man natürlich ein eigenes Buch schreiben. ;-)

    - Danke für die Blumen. :-)

    - Das Thema Bewertung ist etwas komplex. Rein philosophisch betrachtet sind beide Pole natürlich gleichwertig. Aber der einzelne Mensch muss sich entscheiden, wo er sich zwischen diesen beiden Polen platzieren will und dazu muss er für sich bewerten (Singularität). Bewertungen werden dann problematisch, wenn ein Mensch glaubt, seine Bewertungen müssten auch für andere gelten (siehe „Monopolarität“). Wenn Du die Polarität Gesundheit/Krankheit nimmst, wirst Du wohl kaum einen Menschen finden, der sich bewusst für Krankheit entscheidet. Entscheidungen zu treffen ist unsere „Arbeit“ hier.

    - Bei der Polarität schwarz/weiß meine ich hier primär eine physikalische Analogie. In der Physik sind schwarz und weiß keine Farben. Schwarz entsteht, wenn kein Licht da ist, weiß entsteht, wenn man alle Farben zusammen nimmt. Farben sind also nur verschiedene Aspekte von weiß. Die Polarität in Bezug auf Licht ist hell/dunkel oder schwarz/weiß.

    Ich bedanke mich für Deine tollen Anregungen!

    Siegfried

  3. Guido

    Hallo Siegfried,

    Ich habe deinen Beitrag zur Polarität in Wikipedia gelesen und möchte dir meine Sichtweise dazu zeigen:

    Polarität besagt, dass jeder Aspekt dieser Welt aus einem Gegensatzpaar besteht: hell – dunkel, kalt – heiß, schwarz – weiß, Mann – Frau, Liebe – Hass, arm – reich, krank – gesund, u.s.w., wobei keine Wertung vorgenommen wird. Kein Pol ist gut oder schlecht. Die Pole sind die zwei gegenüberliegenden Enden derselben Sache, untrennbar zu einer Einheit verbunden. Sie bedingen einander. Es gibt keinen Tag ohne Nacht, kein heiß ohne kalt, keine Armut ohne Reichtum. Erst durch die Polarität wird Vielfalt möglich. Sie eröffnet einen Handlungsspielraum mit unendlichen Möglichkeiten.

    1. Polarität besagt, dass jeder Apsekt dieser Welt aus einem Gegensatzpaar besteht
    2. Sie eröffnet einen Handlungsspielraum mit unendlichen Möglichkeiten

    Dazu meine Feststellungen, dass das nicht korrekt ist:

    1.
    Ich denke es ist wichtig zu unterscheiden, dass du mit jedem Aspekt der Welt nur die materielle Welt (Materie) bezeichnest, denn nur innerhalb der Materie ist Polarität möglich.

    Polarität entspricht explizit Wertung. Deine Beispiele von hell+dunkel usw. sind nur Gegensatzpaare und entsprechen der wertneutralen Dualiät. Vermutlich hast du das verwechselt.

    Polarität ist die Wertung wie: das ist gut, das ist schlecht. Es sind Wertungen deines Egos über persönliche Lebenssituationen. Sie entstehen durch den Verstand (li. Hirnhälfte) und den fünf Sinnen.
    Polarität ist das Gebilde aus der Mentalebene – Logik, Vernunft, Analyse unter Abwesenheit der rechten Hirnhälfte.

    2.
    In der Polarität, spirituell gesehen als 3. Dimension, bewegst du dich in einem Würfel (lxbxh). Das sind deine Möglichkeiten innerhalb dieses Raumes. Deine Grenzen für dein Bewusstsein. Alles, das nicht innerhalb dieses Bewusstsein (Würfel) liegt, existiert auch wissenschaftlich nicht. Es besitzt keine Logik. Logik ist das, das du aufgrund Erfahrung jederzeit reproduzieren kannst. Was ausserhalb der Logik “konstruiert” wird existiert demnach nicht, wäre Phantasie. So unsere Wissenschaft. Demanch existiert Polarität nur innerhalb dieses Würfels und ist in allen Richtungen (3D) eingegrenzt. Wieso soll dann Polarität Handlungsspielraum für unendliche Möglichkeiten sein? Das ist tatsächlich “Quatsch”!!!! ;)

    Wie gibt der Spielraum von einem Würfel, die Möglichkeit von unendlichen Möglichkeiten? Stell dir vor, dass in diesem Würfel, das dein Bewusstsein, deine logischen Möglichkeiten repräsentiert, überall in einer Richtung an eine Grenze stösst. Wenn du jetzt sagst, dass in der Geometrie auf einer Strecke von A nach B “unendlich” viele Punkte liegen, ist das korrekt, dass da durch die dritte Achse nochmals “unendlich” viele Möglichkeiten hinzukommen ist auch korrekt. Aber …. diese wissenschaftliche “Unendlichkeit erstreckt sich nur im Rahmen der “unendlichen” Möglichkeiten in diesem Würfel. Dem klar eingegrenzten Bewusstsein für “unendliche” Möglichkeiten. Nachvollziehbar oder? In 1m3 Wasser hat auch nur 1m3 Wasser Platz.

    Wenn du jetzt die Polarität auf eine Strecke, nehmen wir das erwähnte Beispiel aus der Geometrie, nimmst und die Gegensätze, wie gut und böse, als A und B definieren würdest, hast du scheinbar “unendliche” Möglichkeiten/ Handlungsspielraum. So deine Aussage oder? Stelle dir vor, diese Strecke wäre jetzt ein Thermometer, das ja aus Bewusstsein und Logik in diesem Quadrat erfunden und konstruiert wurde.

    Auf jeder Strecke gibt es einen Nullpunkt. Das Absolute in der Mitte. Null ist mathematisch keine Zahl. Dennoch ist es exakt die Zahl der unendlichen Möglichkeiten. Ohne Null keine 10 100 1000 … Übergänge. Die Null erlaubt unserem Bewusstsein mehr als nur eine Strecke von A nach B.

    Wenn du die Null als zusätzliche Achse betrachtest, kannst du aus dem begrenzten Würfel, die darin enthaltene Stecke von A nach B, verlassen. Dann bist du ausserhalb von diesem Würfel. Welche Grenzen hast du dann???? Keine, da du auch kein Bewusstsein hast, was ausserhalb dieses Würfels ist. Du befindest dich dann auf 4D, der Zeitlinien Quantenphysik. UNENDLICHE MÖGLICHKEITEN ohne die Grenzen, die du dir selbst durch die Polarität erschaffen hast.

    Aus einem einfachen Punkt, scheinbar ein Punkt aus unendlichen Punkten auf der Strecke von A nach B, erwachsen die unendlichen Möglichkeiten. Nur da geht es dann nicht mehr um Handlungsspielraum sondern um SEIN.

    Du siehst, dass Polarität deinen Handlungsspielraum unendlich eingrenzt.
    Ich arbeite jenseits der Polarität und habe so mit Zugang zu unendlichen Möglichkeiten. Albert Einstein wusste bereits wie das funktionierte. Damals war er ein genialer Denker und Erfinder, wohl auch in vielen Augen ein Spinner. Aber er hat sein Bewusstein expandiert. Würde sagen, experimentelle Quantenphysik mit seinem Gehirn. Das funktioniert.

    Liebe Grüsse
    Guido

  4. Siegfried

    Hallo Guido,

    1.
    Polarität ist ein universelles Prinzip. Es gilt in der materiellen, wie in der geistigen Welt. Hier ein einleuchtender Beweis: Unsere Gefühle sind nicht materiell. Sie sind Teil der geistigen Welt. Es gibt positive und negative Gefühle. Folgedessen gibt es Polarität auch in der geistigen Welt. Wir wissen das außerdem aus Nahtoderfahrungen und unzähligen seriösen Channelingbotschaften.

    Polarität ist Schöpfung. „Gott schuf Himmel und Erde, Tag und Nacht, trennte das Wasser vom Land, usw.“ heißt es in der Bibel. Die Polarität wurde bewusst erschaffen, um eine Sphäre des freien Willens zu schaffen.

    Polarität ist prinzipiell wertfrei. Auf der materiellen Ebene ist das ganz klar. Wer würde ernsthaft behaupten, weich sei besser als hart oder heiß sei besser als kalt. Erst der Mensch bringt die Bewertung in die Polarität und jeder bewertet die Pole anders (Singularität). Der eine hat es lieber heiß, der andere lieber kalt.

    Ganz stark wird die Bewertung im Bereich der Emotionen. Der Mensch hat die Freiheit zu entscheiden, was „gut“ und „böse“ ist. Das ist sein gutes Recht und nur so kann er sich in der Welt der zahllosen Polaritäten orientieren (Emotionales Orientierungssystem).

    Ich nehme an, Du meinst mit „Dualität“ den Dualismus. Er ist in der Philosophie die These von der Existenz von zwei einander ausschließenden Arten von Entitäten. Die Pole der Polarität sind hingegen wie zwei Seiten derselben Medaille, beispielsweise die beiden Pole eines Magneten.

    2.
    Deine Argumentation zum zweiten Punkt kann ich teilweise nicht nachvollziehen und manches ist schlicht unlogisch. Wenn Du Dich mit Mathematik auskennst, dann wirst Du wissen, dass es zwischen zwei Zahlen wie 0 und 1 unendlich viele Zahlen gibt, weil es unendlich viele Stellen hinter dem Komma gibt. Daraus ist klar ersichtlich, dass es schon zwischen zwei klar definierten Grenzen unendlich viele Abstufungen gibt.

    Jetzt ist aber unserer Welt (und auch die Geistige) voll mit Polaritäten, von denen jede für sich schon unendlich ist. Im materiellen Bereich gibt uns der Körper gewisse Grenzen vor. Aber auf Bewusstseinsebene gibt es nur die Grenzen, die wir uns selber setzen. Das Bewusstsein in einen Würfel pressen zu wollen ist, verzeih mir den Ausdruck, Quatsch.

    Ich glaube aber zu verstehen, was Du sagen willst. Ich denke es geht Dir darum, die Polarität zu transzendieren und in den Zustand der Einheit zu gelangen, in dem sich alle Gegensätze aufheben. Das ist ein ganz wesentlicher Aspekt. Durch die Einheitserfahrung wird aber Polarität nicht aufgehoben. Paradoxerweise können Einheit und Vielheit parallel existieren. Diese Tatsache kommt sehr schön im Yin-Yang-Symbol zum Ausdruck.

    Siegfried

  5. Sven

    Hallo ihr Lieben! ;-)

    Also ich stimme euch beiden zu allerdings hätte ich vielleicht noch was hinzu zu fügen. Ich denke ihr habt da was ganz wichtiges vergessen. Dies ist nur ein Denkansatz also keine konspirative Meinung also bitte nur als Quelle der Inspiration aufnehmen. Also wenn ich mir die verschieden Ausführungen anschaue wie z.B. Yin und Yang, Schwarz und Weiß, Nord und Südpol usw. stelle ich eins Fest. Das was niemand beschreibt, ist das, was zwischen alle dem liegt. Also das kleine Wörtchen “und” denn auch das beschreibt beides und gehört zu beidem es ist also das Bindeglied zwischen beidem. Noch einige Beispiele: Nehmen wir die Münze es gibt zwei Seiten. Man kann sie auf die eine Seite legen und auf die andere Seite legen, man kann sie aber auch auf den Rand stellen. Noch ein weiteres Beispiel die Vier Haupthimmelsrichtungen N, S, W, O das Bindeglied ist da wo sich alle vier Richtungen nach innen laufend treffen Quasi Punkt “0″. Also weiter es gibt die These/die Antithese und das Bindeglied ist die Synthese. Wenn wir jetzt in die Physik gehen nehmen wir einfach mal die nichteuklidische Geometrie: Eine Feder oder Trichterspirale hat eine Achssymetrie zwischen 0 und unendlich. Wenn ich also das Wasser nehme (Implosion)u. Strudel bildet nach innen werden wir feststellen, dass das Wasser sich im Punkt 0 Synthetisiert Quasi verjüngt. Struktur verkleinert wirkt. Nach Passieren von Punk 0 entsteht Explosion Quasi Druck. Was ich damit sagen will ist, dass es noch eine Welt dazwischen gibt. Das nicht Perfekte und nur das nicht Perfekte ist immer bestrebt perfekt zu werden. Somit ist in der Natur Fortschritt garantiert bzw. Evolution/Weiterentwiklung.

    Viele liebe Grüße
    Sven

  6. Siegfried

    Natürlich gibt es zwischen den Polen etwas. Genau genommen gibt es unendlich viel zwischen den Polen, so wie sich zwischen 0 und 1 unendlich viele Zahlen befinden. Die beiden Seiten der Münze sind zwei verschiedene Blickwinkel auf die Münze. Sie sind untrennbarer Teil von ihr. Aus der Verbindung der These mit der Antithese entsteht die Synthese.

    Das zeigt übrigens sehr schön, wie menschliches Denken funktioniert. Zuerst stellt er eine These auf, wie Newton die Klassische Physik. Dann wird die Quantenphysik entdeckt, welche der Klassischen Physik grundlegend zu widersprechen scheint. Jetzt ist man daran, mit Hilfe der Stringtheorie These und Antithese zur Synthese zu verbinden.

    Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Medaille, aber im geistigen Bereich sind die Zusammenhänge schwieriger zu erkennen.

  7. Ramona

    Hallo ihr Lieben hier,
    ich finde diesen Meinungsaustausch hier echt super :-) ))!
    Etwas darin inspiriert mich, bei euch mitzumachen. Es geht dabei nicht so sehr um die Polaritäten, sondern darum, dass das Wort Entscheidung wiederkehrend vorkommt – in dem Kontext, dass man sich entscheiden muss.
    Ich möchte euch hierzu gerne an meinen Erkenntnissen teilhaben lassen.
    Es fällt auf, dass sehr viele Menschen ein Problem damit haben Entscheidungen zu treffen. Ich wollte wissen warum? Auf meiner Suche fand ich folgendes:
    - der erste Wortteil -Ent- vermittelt den Eindruck als ob etwas auseinander genommen werden muss
    - der zweite Teil -Scheidung- spricht diesbezüglich für sich

    also:
    - unbewusst besteht Angst, einen Fehler zu machen
    - unbewusst fühlen bzw. glauben wir, dabei etwas trennen zu müssen
    - wir haben zusätzlich Angst vor Verantwortung (dieses Wort ist ebenfalls eine psychologische Falle und müsste richtig Zuständigkeit heißen)
    - etwas ent-scheiden zu müssen kommt einem Kampf gleich, weil wir uns (unbewusst) hin und her gerissen fühlen.
    Häufig wird eine Entscheidung ganz lange hinausgezögert, indem man sie vor sich herschiebt. Man ist damit belastet und vergeudet seine Energie.

    Die Lösung bzw. das idealere Wort für das, was gemeint ist heißt: “Wählen”
    Jeder kann wählen. Das trennt nicht. Denn wenn ich etwas für mich auswähle, wähle ich nicht zugleich etwas gegen mich aus.
    Ich wähle alles für mich aus was ich möchte. Ich muss mich dafür lediglich gut informieren worum es sich genau handelt bzw. welche Möglichkeiten vorhanden sind.

    Zur Polarität fällt mir noch ein, dass die Polaritäten von aktiv und passiv in uns vereint sind. Aktiv wird ja dem männlichen zugeordnet und passiv dem weiblichen. Was geschieht, wenn diese beiden Pole vollkommen ausgeglichen sind?
    Ich denke das ergibt die Trinität – diese führt zur Schöpfung.
    Das verstehe ich so: Aktiv – Gedanke und Passiv – Gefühl hebt sich vereint auf, wird Neutral und führt zugleich zur Schöpfung. Diese kann sich materiell als Kind oder spirituell als Idee ergeben.
    Weg weisend und hilfreich ist die Tatsache, dass die Schöpfung durch das weibliche – Gefühl geboren wird. einerlei ob Kind oder Idee. Denn die Begeisterung führt zur Ausführung.
    Die Neutralität stellt die Mitte dar, die Null, die Gleich – Gültigkeit, die Leere, die Quelle von allem Sein usw.

    Beides – Gedanken und Gefühle sind unbegrenzt, außer ich glaube etwas anderes! Denn sie kommen aus der Null. Wenn die null unbegrenzt ist, müssen die Gedanken und Gefühle es auch sein.

    Wie seht ihr das? :-)
    Euch allen ein gesegnetes Fest!!

    Herzliche Grüße
    Ramona