Ahnenforschung
8. April 2008 von Siegfried TrebuchNeulich war ich bei meiner Schwester wieder einmal zu einem köstlichen Essen eingeladen. Sie interessiert sich sehr für Ahnenforschung und sagte, dass sie mir nach dem Essen etwas Wichtiges zu erzählen habe. Ich war gespannt, weil ich spürte, dass es dieses Mal um etwas ging, das keinen von uns kalt lassen würde.
Nach dem Essen sagte Sie, dass es um unsere Familie und um unsere Vorfahren geht und stellte mir eindringlich die Frage, ob ich wirklich alles wissen will. „Na klar, sagte ich. Ich will definitiv alles wissen.“ Darauf hin drückte sie mir einen Stapel kleiner Zettel und einen Kugelschreiber in die Hand.
Auf jeden Zettel sollte ich ein Familienmitglied mit Geburtsdatum und (falls schon verstorben) mit Sterbedatum notieren. Ich hatte mich nie intensiv mit dem Stammbaum meiner Familie beschäftigt. So schrieb ich alle auf, die mir bekannt waren und ordnete sie nach Generationen.
Meines Wissens besteht meine Generation aus zwei Schwestern und drei Brüdern, von denen einer vor sieben Jahren mit 40 verstorben war. Nachdem ich alle mir bekannten aufgeschrieben hatte, meinte meine Schwester, dass da noch einige fehlen würden. Ich wusste natürlich nichts davon, aber ihre Nachforschungen ergaben, dass es außer uns fünf noch zwei Fehlgeburten gab, von denen nie gesprochen wurde.
Ich war sehr erstaunt darüber und fragte mich, warum unsere Eltern uns nie davon erzählt hatten. Als nächstes warfen wir einen Blick auf die Generation unserer Mutter. Ich wusste, dass meine Mutter zwei Brüder hatte, von denen einer als Kleinkind bei einem Unfall ums Leben kam und der andere im zweiten Weltkrieg als Soldat fiel. Meine Schwester klärte mich dann auf, dass es da noch einen dritten Bruder gab, der 1954 an einem unnatürlichen Tod starb.
Ein Blick in die Generation der Großeltern ergab, dass es dort Zwillinge gab, die im Kindesalter verstarben. Diese Informationen sind von großer Bedeutung für meine Schwester, da sie selbst zwei Babys durch plötzlichen Kindstod verloren hatte. Eines davon war ein Zwillingskind.
Sie sieht einen Zusammenhang zwischen diesen Todesfällen: Ein Potential von negativer, unaufgearbeiteter Energie wird von Generation zu Generation weitergetragen.
Nachdem ich ausgebildeter Reinkarnationstherapeut bin stellte sie mir die Frage, wie man das auflösen könnte. Eines ist klar: Was passiert ist, kann nicht mehr ungeschehen gemacht werden. Die Reinkarnationstherapie macht, wie viele andere Therapieformen auch, Unbewusstes bewusst. Insofern finde ich Ahnenforschung sehr sinnvoll, da man dadurch Licht ins Dunkel bringt, der Wahrheit ins Auge schaut und Zusammenhänge erkennt.Viele Spannungen innerhalb der Familie werden dadurch besser verstanden. Das Bewusstmachen allein reicht aber nicht aus, um negative Energien aufzulösen. Diese Aufgabe muss schließlich jeder selbst bewältigen (Singularität). Das geht aber nicht, indem wir an unserem Beziehungsverhalten gegenüber Anderen herumbasteln oder gar versuchen die Anderen zu ändern. Diese Strategien sind immer zum Scheitern verurteilt.
Unser Verhalten nach Außen muss sich mit den Gefühlen im Inneren decken. Die Auflösung findet also im Innen statt und nicht im Außen. Sind die inneren Spannungen und Widersprüche gelöst, lösen sich die äußeren Spannungen ganz von selbst. Wenn es uns also gelingt, dass jeder für sich die Altlasten ablegt, die seit Generationen mitgeschleppt werden, dann brauchen unsere Kinder und Enkelkinder sie nicht weiterschleppen.
Der erste Schritt ist, endlich alle Formen von Schuldzuweisungen fallen zu lassen. Ihre Eltern oder Großeltern sind nicht schuld an Ihren Problemen. Schließlich haben Sie es selbst in der Hand Ihre Gedanken und somit Ihre Gefühle zu bestimmen. Niemand zwingt Sie, negative Denk- und Verhaltensweisen von Ihren Eltern zu übernehmen. Jedem steht es frei sich seine eigene Realität in Form von Glaubenssätzen zu schaffen.
Wenn Sie sich nicht wohl fühlen im morphogenetischen Feld Ihrer Familie, dann lösen Sie sich heraus, indem Sie alte Gedanken nicht unreflektiert übernehmen und sich stattdessen Ihre eigenen zurechtlegen. Im Kopf und im Herz sind Sie frei. Sie sind nicht hilflos den Energien Ihrer Vorfahren ausgeliefert. Nutzen Sie diese Freiheit!




Am 25. April 2008 um 14:40 Uhr
Da kann ich nur beistimmen, dass Ahnenforschung nichts ist, was man umsonst macht oder Zeitverschwendung nennen könnte. Ich glaube daran, dass sich in der fortlaufenden Zeit die Energien wiederkehren, die nicht “besprochen” wurden bzw. aufgelöst sind (verstricktes Karma). Natürlich kehren auch positive Energien wieder, aber die Ebene wird wahrscheinlich eine andere sein. Dies kann natürlich über Generationen laufen. Besonders die Familie ist hier wichtig und auch gute und enge Freunde, denn wahrscheinlich hatte man in früheren Leben schon mit ihnen zu tun. Und in verschiedenen Erlebnissen und Erfahrungen entsteht nicht nur immer “positives”. Es fließt nicht immer, so kommt es zu diesen Blockaden, die, wenn man sie nicht löst, bestehen bleiben.
Am 2. Oktober 2008 um 01:28 Uhr
Ahnenforschung ist etwas Wunderbares! Bin fast bis zum Jahre 1300 zurück gekommen. Hier ist einer der “Hermänner” in die “Fils” ( Fluß bei Geislingen/Steige, B.-W. ) gestürzt und ertrunken!
Was der Grund hierfür war, konnte ich nicht herausfinden!
Wurde er gestoßen oder wollte er sich das Leben nehmen?
Vielleicht war es auch “nur” ein tragischer Wander-Unfall.
Anmerkung: Da fällt mir ein, zum Glück werde und kann ich die Altlasten meiner Familie nicht weitergeben. Bei mir hört der Stammbaum auf und der Kreis schließt sich. Aber meine positiven Gedanken und Erfahrungen können Wurzeln in anderen Menschen schlagen und / oder sich dort entfalten.
Welch hohe Verantwortung? Nein!
Möge die Macht mit Euch sein …