Das Rätsel der Maya
10. Januar 2009 von Siegfried TrebuchIm Sommer 1992 war ich auf einer ausgedehnten Reise durch Mexiko. Der Besuch der alten Mayastädte Chichén Itzá und Palenque beeindruckte mich zutiefst und warf viele Fragen in mir auf. Warum ist eine so fortgeschrittene Zivilisation im 9. Jahrhundert so plötzlich verschwunden? Wie konnten die Maya einen so präzisen Kalender entwickeln? Worin lag für sie die Bedeutung der Wintersonnenwende des 21. Dezember 2012?
Die Mayazivilisation nimmt aus historischer Sicht eine Sonderstellung ein. Die Archäologen sind sich über ihren Ursprung und ihr Ende uneinig. Funde deuten darauf hin, dass die ersten Maya vor etwa 1500 Jahren “plötzlich” in Yucatan, Guatemala, Honduras und Belize auftauchten. Was die Maya von anderen Zivilisationen ihrer Epoche unterschied, war ihre hochentwickelte Technologie, die sie offensichtlich von Beginn an hatten, ohne einen langwierigen Entwicklungsweg durchmachen zu müssen.
Bis heute kann nicht zufriedenstellend erklärt werden, woher die Maya kamen und wie sie sich in einem so lebensfeindlichen Umfeld entfalten konnten. Die Archäologie weiß erstaunlich wenig über die Lebensumstände der Maya und was dazu führte, dass sie im 9. Jahrhundert praktisch über Nacht ihre Städte verließen. Über die Ursachen gibt es viele Theorien, aber keine von ihnen ist wirklich überzeugend.
Unbestritten hingegen sind die kulturellen Schätze, die uns die Maya hinterließen. Neben ihren architektonischen, künstlerischen und mathematischen Höchstleistungen ist vor allem eine grandiose Errungenschaft zu erwähnen: ihre unübertroffene Berechnung kosmischer Zyklen.
Bis zum 20. Jahrhundert war der Mayakalender das am höchsten entwickelte Werkzeug zur Messung der galaktischen Zeit. Neben der Anzeige von den uns vertrauten Sonnen- und Mondzyklen kann der 5000 Jahre alte Mayakalender noch mehr: Anscheinend zeigt er uns auch eine seltene astronomische Ausrichtung von Erde, Sonne und unserem Sonnensystem mit dem Zentrum unserer Galaxis an – ein Ereignis, dass nur alle 26.000 Jahre stattfindet!
Der Schlüssel zum galaktischen Kalender der Maya war die Verkettung zweier kleinerer Kalender mit unterschiedlicher Laufzeit: Dem Tzolkin (magischer Kalender) mit 260 Tagen und dem Haab (astronomischer Kalender) mit 365 Tagen. Beide Kalender greifen ineinander ein und ergeben somit einen 52-Jahre-Zyklus, die sogenannte Kalenderrunde.
Nach Ablauf einer Kalenderrunde bestand, laut der Mythologie der Maya und Azteken, immer die Gefahr eines Weltunterganges. Aus diesem Grunde fand bei den Azteken am letzten Tag des 52-Jahre Zyklus die Zeremonie des Neuen Feuers statt. Eine neue Kalenderrunde wurde meistens mit dem Bau eines Heiligtums oder der Überbauung einer bestehenden Stufenpyramide begonnen.
Da es den Maya nicht möglich war, mittels des Haab- und Tzolkinkalenders ein Datum über einen sehr langen Zeitraum exakt zu bestimmen (Im Haab- und Tzolkinkalender wiederholt sich ein bestimmtes Datum mindestens einmal in 105 Jahren), entwickelten sie für chronologische Zwecke die Lange Zählung.
Zu Beginn jedes Zeitalters startete die Lange Zählung von vorn. Laut den Überlieferungen der Maya befinden wir uns zurzeit im vierten Zeitalter, welches nach Gregorianischem Kalender am 11. August 3114 vor Christus begann. Ein Zeitalter umfaßt eine Zeitspanne von 5125 Jahren. Somit endet das vierte Zeitalter im Dezember 2012.
Die Umrechnung vom Mayakalender auf unseren Gregorianischen Kalender ist mit gewissen Unsicherheiten verbunden. So kommen die Forscher auf unterschiedliche Ergebnisse, was das Ende des Kalenders betrifft. Laut der “Thompson-Korrelation” endet das vierte Zeitalter am 21. Dezember 2012 und laut der Floyd-Lounsbury-Berechnung am 23. Dezember 2012. Der Mayakalender steht dann auf dem Datum 13.0.0.0.0. Im Tempel des Kreuzes in der Ausgrabungsstätte Palenque findet sich in einer Inschrift das Datum 13.0.0.0.0. Laut der Mayaforscherin Linda Schele wird damit Bezug auf den Beginn einer neuen Schöpfung genommen.So wie zu Beginn des vierten Zeitalters der Maya die symbolische “Geburt” der Venus erfolgte, so wird am 21. Dezember 2012 die Venus “symbolisch” sterben. Kurz vor Sonnenuntergang (wie moderne astronomische Berechnungen bestätigen) wird die Venus hinter dem westlichen Horizont versinken und gleichzeitig werden am östlichen Horizont die Plejaden aufgehen. In dem Moment, wo die Sonne untergeht, geht der Orion auf. Damit ist ein großer Zyklus der Maya-Zeit abgeschlossen.
Am 21. Dezember 2012 wird unser Sonnensystem in direkter Konjunktion mit dem Zentrum der Milchstraße stehen. Dieses Ereignis findet nur alle 26.000 Jahre statt, denn diesen Zeitraum benötigt unser Sonnensystem, um einmal die Sternengruppe der Plejaden zu umkreisen.
Die Frage, die sich nun stellt ist: “Was bedeutet das?”. Manche meinen, dass es sich lediglich um ein nettes kosmisches Schauspiel handelt, das zufällig in unsere Lebenszeit fällt. Andere hingegen sehen darin ein Zusammenspiel seltener kosmischer Ereignisse mit fundamentalen Folgen für unsere Zivilisation.
Die Visionen reichen dabei von radikaler Zerstörung bis hin zur Verwirklichung des Paradieses auf Erden. Immer mehr Menschen fühlen jedoch, dass irgendetwas geschehen wird. Was wollten die Maya uns mit ihrem Kalender über ein Datum sagen, das sie selbst nicht erleben würden? Kann es sein, dass sie mehr wußten als wir? Die aktuellen globalen Entwicklungen und die wissenschaftlich belegten Veränderungen in unserem Sonnensystem deuten jedenfalls darauf hin, dass etwas Großes im Gange ist – etwas, was unsere bisherige Vorstellungsfähigkeit bei weitem übersteigt.




Am 29. Januar 2009 um 10:09 Uhr
sg damen und herren
ist zum thema maya-kalender ein vortrag geplant? wenn ja -wonach sich viele leute sehnen- ersuche ich um infos…vielen dank…lg franz teufl
Am 29. Januar 2009 um 11:27 Uhr
In meiner Sendung Dimensionssprung wird es im Laufe der nächsten Wochen mehrere Interviews und Vorträge von einschlägigen Experten zum Thema Mayakalender geben.
Am 11. März 2010 um 20:05 Uhr
Hallo ihr Lieben
Hier ein Video von Martin Strübin: Die Licht-Zeit-Matrix der Maya.
http://www.youtube.com/watch?v=QebqTglpkjc
Alles Liebe
Sven