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Selbstdisziplin

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In diesem Beitrag möchte ich etwas über die Bedeutung von Selbstdisziplin schreiben. Sie ist deswegen so wichtig, weil es ohne ein gesundes Maß an Selbstdisziplin nicht möglich ist, seine Wünsche zu verwirklichen und wer nicht in der Lage ist, seine Wünsche zu verwirklichen wird schwerlich glücklich werden, weil die Verwirklichung unserer Wünsche das ist, was uns glücklich macht.

Was ist Selbstdisziplin?

Das Wort Disziplin bezeichnet jede Form von kontrolliertem Verhalten. Wenn man den Begriff aus dem Blickwinkel der Polarität betrachtet, besteht er aus den beiden gegenüberliegenden Polen Selbstdisziplin und Gehorsam. Gehorsam bezeichnet die Unterordnung unter den Willen einer Autorität, wogegen Selbstdisziplin eine Form der Selbstregulierung ist. Gehorsam ist also, wenn ich tue, was mir jemand anderer sagt, Selbstdisziplin ist, wenn ich mir selbst sage, was ich zu tun habe. Im Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung würde ich den Begriff folgendermaßen noch präziser definieren:

Selbstdisziplin ist die Fähigkeit konsequent seine Ziele zu verfolgen, ohne sich von emotionalen Schwankungen, Zweifeln und Ängsten abbringen zu lassen.

Stellen Sie sich vor, was Sie erreichen könnten, wenn Sie jede Ihrer Visionen zielstrebig umsetzen würden, ohne dabei zu straucheln. Alles wird erreichbar, nichts ist unmöglich. Voraussetzung dafür ist, dass man klare, bewusste Entscheidungen trifft. Gepaart mit der entsprechenden Selbstdisziplin lässt sich so alles erreichen. Mit Selbstdisziplin können Sie jede Art von Sucht überwinden, Ihr Idealgewicht erreichen oder ein Vermögen aufbauen.

Wie Sie Selbstdisziplin aufbauen

Für mich wurde Selbstdisziplin ein Thema als ich mich selbstständig machte. Vor allem in der Anfangsphase war ich, wie alle in dieser Phase, mit großen Herausforderungen konfrontiert. Eine davon ist sich Selbstdisziplin anzueignen. Man ist sein eigener Chef. Gehorsam ist nicht mehr gefragt. Ab jetzt legt man sich selbst die Latte, die es zu überspringen gilt. Will man erfolgreich sein, muss man sich Ziele setzen und sie konsequent verfolgen. Als Angestellter hatte ich es da leichter. Die Verantwortung lag größtenteils beim Vorgesetzten. Ich hatte meinen Zuständigkeitsbereich, machte von 8 bis 16 Uhr meinen Job und konnte mich dann entspannt meinen Freizeitaktivitäten widmen. Als ich dann den ganzen Tag für meine kleine Firma hatte, war wesentlich mehr Eigeninitiative gefordert. Ich bemerkte, dass manche Fähigkeiten, die ich jetzt dringend brauchte, zu schwach ausgeprägt waren. Selbstdisziplin ist wie ein Muskel, den man trainieren kann. Je mehr Sie Ihn vernachlässigen, umso schwächer wird er. Je mehr Sie Ihn trainieren, umso stärker wird er. Das ist das großartige am menschlichen Geist: Er passt sich den Anforderungen an, genau so wie der Körper.Die Methode mit der Sie Selbstdisziplin aufbauen, ist in der Tat die gleiche, mit der Sie Muskeln aufbauen. Das heißt, Gewichte heben, die nahe an Ihrem Limit liegen. Wenn Sie in einer Kraftkammer Bodybuilding betreiben, werden Sie mit Gewichten anfangen, die Sie leicht bewältigen können um dann die Belastung zu steigern, bis Sie an Ihre Grenzen kommen. Dann hören Sie auf. Wenn Sie regelmäßig trainieren, werden Sie feststellen, wie sich Ihre Belastungsgrenze nach oben verschiebt.

Analog dazu funktioniert der Aufbau von Selbstdisziplin. Sie suchen sich Herausforderungen, die nahe an Ihrer Belastungsgrenze liegen, aber die Sie noch bewältigen können. Dabei gilt es das individuell richtige Maß zu finden. Es hat keinen Sinn sich zu überfordern und eine Niederlage nach der anderen einzustecken. Genau so wenig bringt es, immer weit unter seinem Limit zu bleiben, weil Sie dadurch keinen Trainingseffekt erreichen.

Wenn Sie regelmäßig und richtig trainieren, steigt Ihre Kraft. In kleinen Schritten legen Sie sich die Latte immer höher und Sie werden in der Lage sein immer größere Herausforderungen zu bewältigen. Dabei ist es wichtig die Anforderungen in kleinen Schritten zu steigern. Wenn Sie immer wieder die gleiche Hürde nehmen, werden Sie nicht weiter kommen.

Verglichen mit der Stärke, die sie haben könnten, haben die meisten Menschen schwache Muskeln. Das trifft analog auch auf ihre Selbstdisziplin zu. Überfordern Sie sich nicht am Anfang. Es hat keinen Sinn sich 100kg aufzulegen, wenn man nur 10kg heben kann. Das bringt Ihnen gar nichts außer Frust. Als ich vor einem Jahr nach meiner Knieoperation wieder anfing zu trainieren, konnte ich nur mehr ein Drittel von dem heben, was ich noch vorher konnte. Mittlerweile habe ich mein gewohntes Niveau wieder erreicht. Vergessen Sie nicht das Prinzip der Singularität. Sie selbst wissen am besten, wo Ihr optimales Maß liegt. Wenn Sie nicht mehr als 10kg schaffen, dann passt das so für Sie. Wenn Sie dran bleiben, wird es sich unweigerlich steigern. Das garantiere ich Ihnen.

Das schöne daran ist, das es richtig Spaß macht, zu beobachten, wie Sie stärker und stärker werden. Nach ein paar Wochen kosten Ihnen die Gewichte, mit denen Sie angefangen haben nur mehr ein müdes Lächeln. Ihr Selbstvertrauen wird so groß werden, dass Ihnen keine Herausforderung mehr unmöglich erscheint. Es spielt keine Rolle, wo Sie jetzt stehen. Es reicht zu wissen, dass Sie von jedem Standpunkt aus, egal wie gut oder schlecht er erscheinen mag, Ihre Situation verbessern können. Und gerade das sich entwickeln, das Expandieren ist es was am meisten Spaß macht.

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  1. 23. Dezember 2008 um 15:51

    Sven

    Lieber Siegfried,

    im großen und ganzen hast du absolut Recht, aber bitte veralgemeiner nicht jeden Menschen. ;-) Da es ein wenig schwieriger ist als man denkt. Aus meinem Beruf/Praxis, kann ich dir Sagen, dass man in der Trainingslehre unter 3 Menschen-Typen unterscheidet Athlet, Leptosom und Pyknicker. Aber heutzutage haben sich alle 3 vermischt und die Prinzipien der Sportbiologischen Grundlagen müssen exakt auf die Physiologie und Psychologie eingestellt werden und das umstellen muss auch nach einem Zyklus geändert werden. Also nach ca. 6 Wochen, da nach einiger Zeit der Körper gegen diese Wiederstände resistent wird. Also muss dann auch eine Absolute Sportpause gemacht werden, dass wieder Trainiert werden kann (Stichwort Fraktal). Wenn dich das Thema speziell interessiert, frag mich ruhig ich bin Fitnessfachwirt, Dipl. Fitnesslehrer und Trainer A-Lizenz. Ich beantworte dir jede Frage, wenn mein Wissen es zulässt. ;-) Viel wichtiger finde ich aber die Definition Ziel. ;-)
    Ein Ziel ist immer Definiert durch Inhalt, Ausmaß und Zeit.
    Alles andere wäre nur ein Wunsch.

    Liebste Grüße und ein Frohes Fest.

    Sven

  2. 23. Dezember 2008 um 16:54

    Siegfried

    Ja, Du hast recht. Die Menschen sind nicht alle gleich. Diese Tatsache betone ich immer wieder durch das Prinzip der Singularität. Und doch gibt es wieder grundlegende Gemeinsamkeiten. Wir alle haben Muskeln, die nach demselben Prinzip arbeiten. Manchmal ist man eben zu Verallgemeinerungen gezwungen.

    Dir auch ein frohes Fest!

  3. 24. Dezember 2008 um 21:57

    Ramona

    Lieber Siegfried

    ich finde es interessant, dass für dich die Polarität zu Selbstdisziplin Gehorsam ist. Das kommt vermutlich auf den Blickwinkel an.
    Für mich ist die Polarität von Selbstdisziplin – Bequemlichkeit. Niemand außer mir kann mich von Selbstdisziplin abhalten. Darum heißt es, dass man den inneren Schweinehund (verzeih den Ausdruck) überwinden soll.
    Gehorsam gehört für mich ebenso zur Fremdbestimmtheit. Hast du vielleicht damit gemeint Fremdbestimmtheit und Selbstbestimmtheit?
    Ich bin mit Worten sehr genau, weil ich erkannt habe, dass selbst mit den richtigen Worten noch genug Missverständnisse möglich sind.
    Was hältst du von dieser Polaritäten-Zusammenstellung?

    Bezüglich Muskelaufbau bzw. Körpertraining bin ich der Überzeugung, dass wir alle unsere Vorstellungskraft zuwenig nutzen. Das würde uns nämlich viel Schweiß und Zeit ersparen (abgesehen davon, dass jemandem die körperliche Betätigung natürlich auch Spass macht)
    Es ist nachgewiesen, dass aufgrund von Träumen unsere Körperfunktionen = Muskeln aktiviert werden. Da die Vorstellungskraft (wie im Traum) bei genügend ‘Willen (wenn du möchtest Selbstdisziplin/Ausdauer), wirkt, bietet sich eine bewusstere Nutzung diesbezüglich an.
    Also ich werde das jetzt mal gezielt eine Zeit lang machen. Wenn es dich (euch) interessiert, teile ich das Ergebnis gerne mit.

    Ich wünsche dir und allen, die hier lesen noch schöne Feiertage und viele Herzensbegegnungen
    Ramona

  4. 25. Dezember 2008 um 15:04

    Siegfried

    So kann man es natürlich auch sehen: Bequemlichkeit ist der Gegenpol von Selbstdisziplin. Danke für den Hinweis! Ich stimme Deiner Polaritäten-Zusammenstellung zu. Der Grund, warum ich die Polarität Selbstdisziplin-Gehorsam verwendet habe ist der Bezug zum Berufsleben. Im Angestelltenverhältnis ist Gehorsam gegenüber dem Chef gefragt. Als Selbständiger ist man sein eigener Chef, muss sich aber auch selbst zur Disziplin aufrufen, um erfolgreich zu sein.

    So wie Du finde ich es auch sehr wichtig, Begriffe korrekt zu verwenden. Deswegen bringe ich auch häufig Definitionen, um Missverständnissen vorzubeugen.

    Zweifellos steckt die Verwendung unseres Vorstellungsvermögens noch in den Kinderschuhen. Im Sport ist das sehr deutlich zu sehen. Ich selbst trainiere seit 18 Jahren Tae Kwon Do und beobachte immer wieder: Wenn ich mir eine schwierige Technik konkret vorstelle, fällt mir die Ausführung wesentlich leichter. Unser Körper reagiert unheimlich sensibel auf unsere Gedanken. Wenn ich zum Beispiel beim Krafttraining ans Limit gehe und ich nur einmal kurz den Gedanken an Schwäche zulasse, muss ich die Übung sofort abbrechen. Bin ich hingegen vom Gegenpol der Stärke überzeugt, ziehe ich die Übung problemlos bis zum Ende durch.

    Ob Schwäche oder Stärke Realität wird liegt also ganz in meinen Gedanken.

    Auch ich wünsche Dir und allen anderen schöne Feiertage!!

  5. 15. April 2009 um 11:29

    Grit Scholz

    Lieber Siegfried, liebe interessierte Menschen…

    …danke für diese Website!

    Als selbständiges Wesen, viel es mir persönlich schon immer schwer, Anweisungen von Vorgesetzten zu folgen, oder Autoritäten anzuerkennen – wenn das, was von mir verlangt wurde, keine Resonanz mit meinem Fühlen hatte. Das hat sich dann angefühlt, als würde ich mich selber vergewaltigen, nur um den Erwartungshaltungen oder Anweisungen folgen zu können. Als Kind habe ich das so gelöst, dass ich mich in zwei Personen gespalten habe, eine, die es immer allen Recht macht und eine andere, die im Hintergrund denkt und fühlt und die ganze Sache beobachtet. Ab einem bestimmten Zeitpunkt, ich glaube ich war ca. 30 Jahre – war es mir einfach nicht mehr möglich, so etwas zu tun. Bis dahin gab es immer wieder Situationen, in denen ich mich genötigt oder gezwungen sah – z.B. zeitweise angestellt zu sein, oder abhängig zu sein von einem Vermieter oder, oder… Es hat sich angefühlt wie Verrat an mir selbst, ich bin davon körperlich krank geworden.

    Es war für mich immer schon rätselhaft, dass es Menschen gibt, die Angst haben davor, Selbständig zu sein, ob im Beruf oder privat… Bei mir war es immer umgekehrt. Ich empfinde es als Zumutung, wenn ich nicht dem folgen kann, was in mir ist – sondern etwas tun soll, was dem im schlimmsten Fall wiederspricht. Solange eine Anweisung in Resonanz ist mit mir – sprich, es Dinge sind, die ich auch aus mir heraus tun würde – kann ich ohne weiteres folgen, das ist ein sehr beglückendes Gefühl von Harmonie und Übereinstimmung. Aber ich habe das nur selten erlebt, meist hatte ich starke Dissonazen zu dem, was von mir verlangt wurde.

    Wenn ich etwas “will” – eine Vision, eine Vorstellung habe, von mir selbst, von dem Leben was ich mir wünsche… dann fühlt sich das an wie ein Motor der läuft und mich treibt all das zu tun, was es braucht… ich kann mich dann gar nicht dagegen wehren. Wo sollte da Bequemlichkeit herkommen? Sich selbst zu folgen, mit dem zu fließen, was von innen heraus treibt, dem was mich motiviert – ist speziell für mich und mein System gar nicht zu vermeiden.
    So ist auch mein Buchprojekt entstanden – ich hätte es nicht, nicht machen können.

    Das Wort Selbstdisziplin klingt für mich ein bißchen anstrengend, so als müsste man das machen, müsste sich bemühen… z.B. die Bequemlichkeit zu überwinden.
    Ich habe damit auch experimentiert…
    Z.B. jeden morgen Gymnastik zu machen, mein Kopf fand das eine gute Idee und hat beschlossen, das in Form von Selbstdisziplin durchzusetzen.
    Eine Weile habe ich mich also selbst gezwungen das zu tun, bis ich irgendwann nicht mehr konnte – weil mir klar wurde, dass es sich gerade genau so anfühlt – als wäre da jemand außerhalb, der etwas von mir verlangt, zu dem ich mich dann gezwungen fühle – ohne dass mein System es von sich heraus mit Freude tun will.
    Nach einigen solchen Experimenten habe ich aufgehört, von mir selber Dinge zu verlangen – die sich mein Kopf ausdenkt – die aber keine freudige Resonanz haben.
    Heute fange ich einfach an zu tanzen, wenn mir so ist, oder stehe mitten in der Nacht auf, weil mein körper Lust hat sich zu dehnen, sich zu wiegen, sich zu spüren.

    Deshalb würde ich Selbstdisziplin eher als ein Vehikel des Kopfes verstehen.
    Wenn der Kopf etwas will – dann muss das vielleicht “gemacht” werden und dafür braucht es dann vielleicht Selbstdisziplin. Wogegen nichts einzuwenden ist – wenn jemand sich dafür entscheidet und das gut tut.

    Hier mal ein Beispiel zur Anschauung, wie sich das für mich anfühlt:
    Ein Maler, der darüber nachdenkt, dass er Maler sein will und deshalb regelmäßig malen muss und diese und jene Technik üben muss und bei diesem und jenem Lehrer in die Schule gehen muss, braucht sicherlich eine Menge Selbstdisziplin – damit er einen Maler aus sich machen kann. Ein anderer, der malt einfach, malt aus sich selbst heraus, ohne Gedanken darüber, dass er ein berühmter und guter Maler werden möchte. Für den wäre es ein Ding der Unmöglichkeit nicht zu malen, da gibt es keine Bequemlichkeit, die überwunden werden muss und keine Notwendigkeit zur “gemachten” Selbstdisziplin. Das malen ist ein Bedürfnis und wenn das Bedürfnis stark genug ist, dann kan nichts und niemand den Menschen davon abhalten.

    Meine Erfahrung ist, dass ich mit dem Fluss des Lebens und dem was mich in Wahrheit treib und motiviert dann im höchstmöglichen Einklang bin, wenn es keine Selbstdisziplin braucht …

    Was nicht bedeutet, dass das für jeden so sein muss.

    Mit 22 habe ich folgendes Gedicht geschrieben …
    Bitte an mich selbst

    Überfordere mich,
    dann bring ich Leistung,
    beschäftige mich,
    dann brauch ich keinen Schlaf,
    Frage mich,
    dann hör ich nie auf zu denken,
    sei nie zufrieden mit mir,
    du – mein inneres ich.

    Heute würde ich die letzten beiden Zeilen anders formulieren,
    weil ich inzischen weiß, dass es nicht die Unzufriedenheit mit mir selbst ist, die mich treibt…
    werde immer weiter,
    du – mein inneres ich.

    liebe verbundene Grüße
    Grit

    • 15. April 2009 um 12:24

      Siegfried Trebuch

      Danke für diesen schönen Beitrag, Grit!

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