Wie Sie Gewohnheiten ändern
5. Februar 2008 von Siegfried TrebuchNeue Ziele erfordern manchmal neues Verhalten. Das ist an sich kein Problem. Wenn da nicht die alten Gewohnheiten wären, die es einem schwer machen, sich zu ändern. Wenn Sie alte Gewohnheiten ablegen und neues Verhalten lernen wollen, müssen Sie zunächst einmal eine klare Vorstellung davon haben, wie Sie sich in Zukunft verhalten wollen. Wenn Sie sich zum Beispiel mehr bewegen wollen, müssen Sie sich zunächst überlegen, was das konkret heißen soll. Sie könnten beschließen, in Zukunft an Stelle der Rolltreppen und Aufzüge immer die Treppen zu benutzen.
Am Anfang werden Sie es ab und zu vergessen, besonders wenn Sie in Gedanken sind und unbewusst in die alten Gewohnheiten zurückfallen. Deshalb ist es notwendig, dass Sie eine Zeit lang, etwa drei bis sechs Wochen, auf den Weg achten und jedes Mal die Treppe benutzen, wenn Sie zu einem Aufzug oder eine Rolltreppe kommen. Sie lernen etwas Neues. Dafür brauchen Sie Aufmerksamkeit. Das Unterbewusstsein kann nur Gewohnheiten wiederholen, aber keine neuen Programme bilden. In etwa drei bis sechs Wochen haben Sie dann die neue Gewohnheit etabliert. Sie werden von da an automatisch die Treppen benutzen.
Im Prinzip ist es also relativ einfach, neues Verhalten zu erlernen. Aber Sie werden wissen, dass es manchmal wirklich schwer sein kann, sein Verhalten zu ändern, obwohl Sie sich aufrichtig bemühen. Manchen Menschen scheint es sogar absolut unmöglich zu sein, sich anders als bisher zu verhalten. Woran liegt das?
Schwer wird es immer dann, wenn Sie keine Vorstellung davon haben, wie das neue Verhalten aussehen soll. Wenn Sie sich entscheiden, nicht mehr so viel herumzusitzen, ist noch nicht klar, was Sie an Stelle des Herumsitzens tun wollen. Wenn Sie keine konkrete Alternative haben, werden Sie so weitermachen wie bisher.
Da liegt das Hauptproblem. Sie sagen zwar: „So geht es nicht weiter“, bleiben aber trotzdem in den alten Gewohnheiten gefangen, bis Sie eine genaue Vorstellung von einem neuen Verhalten entwickelt haben. Es ist zwecklos, ja sogar kontraproduktiv, alte Gewohnheiten zu bekämpfen. Das geht aus dem Gesetz der Anziehung klar hervor. Erst wenn man Neues anzieht, verschwindet das Alte.Raucher scheitern, wenn sie sich lediglich vornehmen, nicht mehr zu rauchen, Alkoholiker trinken weiter, wenn sie nur beschließen, nicht mehr zu trinken. Die Frage, was sie in den Situationen, in denen sie bisher geraucht und getrunken haben, stattdessen tun wollen, bleibt nämlich unbeantwortet.
Der einzige Weg, alte Gewohnheiten zu überwinden ist, sie durch neue zu ersetzen.
Erst wenn Sie Handlungsalternativen aufbauen, zum Beispiel „Wenn ich angespannt bin, zünde ich mir keine Zigarette an, sondern achte ein paar Minuten auf meinen Atem, insbesondere darauf, dass ich langsam und tief atme“. „Wenn ich Probleme habe, greife ich nicht zur Alkoholflasche, sondern mache etwas, was mir Spaß macht und mich ablenkt“, „Wenn ich wieder Lust auf Schokolade habe, gehe ich zuerst einmal eine halbe Stunde laufen“, erst dann sind Sie einen Schritt weiter.
Schwer wird es auch dann, wenn die Motivation, neue Gewohnheiten zu bilden, nicht aus Ihnen kommt. Es reicht nicht, dass Verwandte und Freunde Ihnen ins Gewissen reden. Sie fangen erst an sich zu ändern, wenn Sie aus eigenem Antrieb handeln. Der Ball liegt bei Ihnen! Is sind Ihre Gewohnheiten und nur Sie können Sie ändern.
Gewohnheiten sind nichts anderes, als Verhaltensweisen, denen Sie in der Vergangenheit viel Aufmerksamkeit geschenkt haben. Deshalb sind sie mächtig. Sie ziehen Ihre Energie magnetisch an. Sie können den Prozess aber jederzeit umkehren. Suchen Sie sich neue Gewohnheiten, schenken Sie diesen vermehrt Aufmerksamkeit und den alten weniger. Mit der Zeit werden die alten Gewohnheiten ihre Anziehungskraft verlieren. Große Willensanstrengung ist dazu nicht erforderlich. Es ist vielmehr ein Weg der kleinen Schritte. Ausschlaggebend für den Erfolg ist Beharrlichkeit.
Das schöne an Gewohnheiten ist, dass die guten genau so beständig sein können wie die, die man loswerden will. Sie können sich bewusst die Gewohnheiten zulegen, die Sie haben wollen und sich somit das Leben frei nach Ihren Vorstellungen gestalten. Gewohnheiten sind dann nicht mehr Ihre Feinde, sondern Ihre treuen Freunde, die Sie sogar durch schwierige Zeiten bringen können.











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