Diesen Beitrag ausdrucken. Werbefrei!

Wie Sie Frühaufsteher werden

31. Dezember 2007 von Siegfried Trebuch      Diesen Beitrag an einen Freund schicken Diesen Beitrag an einen Freund schicken

Ist man zum Frühaufsteher geboren? Gibt es Eulen und Lerchen, oder kann man sich vom Langschläfer zum Frühaufsteher machen? In meinem Fall habe ich mich eindeutig zum Frühaufsteher gemacht. Vor ein paar Jahren hätte ich mich noch als Langschläfer bezeichnet. Solange ich noch an der Universität arbeitete, hatte ich meine geregelten Dienstzeiten. Wenn der Wecker läutete, musste ich aufstehen, ob ich wollte oder nicht. Mein Unterbewusstsein war darauf programmiert. Das Aufstehen fiel mir schwer, und am Wochenende blieb ich schon mal bis Mittag im Bett.

Brand aktuell wurde das Thema Aufstehen, als ich mich entschloss eine Firma zu gründen. Plötzlich musste ich nicht mehr aufstehen. Es gab keine Kollegen oder keinen Chef, der bemerkte, wenn ich nicht im Büro war. Es lag ganz an mir, wann ich aufstand. Am Anfang habe ich mir noch einen Schlaf bis 10 oder 11 gegönnt. Ich kam erst am Nachmittag richtig in die Gänge, dafür habe ich dann bis zwei Uhr in der Nacht gearbeitet. Mir wurde aber schnell klar, dass ich so auf Dauer beruflich nicht erfolgreich sein werde. Ich wollte mehr vom Tag haben, effiziente mit meiner Zeit umgehen und weniger bei künstlichem Licht arbeiten. Also beschloss ich meinen Schlafrhythmus umzustellen.

An den seltenen Tagen, an denen ich früh aufstand, bemerkte ich, wie meine Produktivität höher war als sonst. Und das nicht nur in der Früh, sondern über den ganzen Tag. Ich fühlte mich auch wesentlich wohler. Am Ende des Tages hatte ich das Gefühl, das ich wirklich etwas weitergebracht habe. Die Vorteile des Frühaufstehens überwogen den einzigen Nachteil, meinen A…. aus dem Bett zu bekommen, bei weitem. Deswegen entschied ich mich zum Frühaufsteher zu werden.

Ich stellte mir den Wecker auf 7 Uhr und ….

…. stand am nächsten Morgen gegen Mittag auf. Hmmm… Manchmal kam ich auch schon um 9 aus den Federn aber wirklich immer um 7 aufzustehen gelang mir in den seltensten Fällen. Mein Schlafbedarf liegt zwischen 7 und 8 Stunden, was ganz normal ist. Ich dachte mir also, wenn ich meine Schlafphase einfach um ein paar Stunden vorverlege, werde ich automatisch zum Frühaufsteher. Anstatt um 3 Uhr ging ich eben um 24 Uhr ins Bett und wollte um 7 Uhr aufstehen. Nachdem ich mit dieser Strategie, scheiterte, begann ich mich mit dem Thema Schlaf intensiver zu beschäftigen. Ich besorgte mir Bücher, suchte im Internet und sah einige sehr aufschlussreiche Dokus.

Die Schlafforschung ist ein faszinierendes Gebiet. Schlaf ist gar nicht so simpel wie ich mir dachte. Ich lernte, dass mein Ansatz von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Wenn man aber die richtige Strategie hatte, ist es relativ leicht zum Frühaufsteher zu werden.

Die landläufige Annahme ist, dass wenn man früher aufstehen will, man einfach früher schlafen gehen muss. Man braucht also nur seinen Schlafbedarf zu berechnen und den Block vorzuverschieben. Das klingt zwar sehr logisch, funktioniert in den meisten Fällen aber nicht. Die Meinung über Schlafverhalten ist offensichtlich in zwei Lager gespalten. Das eine sagt, man solle jeden Tag zur gleichen Zeit zu Bett gehen und aufstehen. Die Schlafphase hat einen fixen Anfang, ein fixes Ende und ist immer gleich lang. Das kommt dem Rhythmus der modernen Gesellschaft sehr entgegen. Das Leben wird besser vorhersehbar und planbar. Mit dem Essensrhythmus hat man es genau so gemacht. Das System der dreigeteilten Nahrungsaufnahme in Frühstück, Mittagessen und Abendessen ist eine Erfindung der Industriegesellschaft. Dabei geht es nur um Planung von Arbeitskraft und nicht um biologische Bedürfnisse.

Das zweite Lager sagt, dass man zu Bett gehen soll, wenn man müde ist und man aufstehen soll, wenn man ganz natürlich aufwacht. Dieser biologische Ansatz geht davon aus, dass unser Körper genau weiß, wann und wie viel Schlaf er braucht.

Ich habe beides probiert. Keiner der beiden Ansätze hat für mich optimal funktioniert, wenn es darum geht die Produktivität zu steigern. Beim ersten konnte ich die Zeiten nicht einhalten, weil mein Schlafbedarf nicht konstant war. Ich bin manchmal zu Bett gegangen, obwohl ich gar nicht müde war und konnte in der Früh nicht aufstehen, weil ich zu müde war. Der zweite Ansatz hat dazu geführt, dass ich länger geschlafen habe, als notwendig war. Oft habe ich mehr auf die Stimme der Müdigkeit gehört als auf die Stimme des Wachens.

Für mich hat sich eine Kombination aus beidem am besten bewährt. Ich gehe zu Bett, wenn ich müde bin, stelle mir aber zum Aufstehen den Wecker, sieben Tage die Woche. Ich stehe immer zur gleichen Zeit auf, gehe aber immer zu einer anderen Zeit schlafen. Sollte ich untertags so müde werden, dass jede Aktivität mühsam wird, gönne ich mir einen Kurzschlaf von etwa 30 Minuten. Danach ist die Müdigkeit komplett weg und ich kann die nächsten Stunden viel mehr leisten, als wenn ich die Müdigkeitsphase mit Disziplin durchgestanden hätte. Das ist eine sehr einfache Methode und viele machen das ganz unbewusst.

Wenn der Wecker läutet, schalte ich ihn ab, strecke mich ein wenig und stehe nach zwei drei Minuten auf. Ich lasse es gar nicht zu, darüber nachzudenken, ob ich jetzt noch weiter dösen soll oder nicht. Je länger ich zögere, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, dass ich liegen bleibe. Erfahrungsgemäß geht dieses unangenehme Gefühl des „aufstehen-müssens“ kurz nachdem ich aufgestanden bin, weg. Das Wissen über diese Tatsache hat mir das Aufstehen wesentlich erleichtert.

Nachdem ich diesen Ansatz einige Tage praktiziert hatte, stellte sich ein natürliches Schlafmuster ein. Wenn ich einen Tag zu wenig Schlaf hatte, ging ich den nächsten automatisch früher ins Bett. Manchmal, besonders im Sommer, geht der Schlafbedarf bei mir zurück. Ich gehe dann erst um 3 Uhr zu Bett, stehe aber trotzdem um 7 auf. Ich fühle mich wesentlich besser ausgeschlafen, brauche weniger Schlaf und kann den Tag effizienter nützen.

Wenn Sie also Frühaufsteher werden wollen, probieren Sie einfach mal folgendes aus: Gehen Sie erst zu Bett, wenn Sie wirklich müde sind und legen Sie sich eine fixe Zeit fest, zu der Sie aufstehen.

Wenn Ihnen dieser Beitrag geholfen hat, unterstützen Sie bitte SiegfriedTrebuch.com mit Ihrer Spende damit diese Webseite weiter wachsen kann:


Einen Kommentar schreiben

Gratis Persönlichkeitsentwicklungs-Newsletter

Mit dem kostenlosen Persönlichkeitsentwicklungs-Newsletter erhalten Sie einmal im Monat praktische Tipps, wie Sie Ihr Leben erfolgreicher und glücklicher gestalten können. Ihre E-Mail-Adresse wird vertraulich behandelt und selbstverständlich nicht an Dritte weitergegeben. Sie gehen keinerlei Verpflichtungen ein und können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

Einfach Vornamen und E-Mail-Adresse eintragen und auf "Kostenlos anmelden" klicken.