Werden Sie Ihr eigener Guru
19. September 2008 von Siegfried TrebuchSeit es die Menschheit gibt, haben wir uns unsere eigenen Götter, Gurus, Meister und Idole erschaffen. Wir haben sie ausgesucht, auf ein Podest gestellt und angebetet. Sie hatten Namen wie Krishna, Buddha, Mohammed, Karl der Große, Zeus, Julius Caesar, Jesus von Nazareth, Elvis Presley, Albert Einstein, Horus, Adolf Hitler, Marilyn Monroe, Franz von Assisi, Napoleon und viele, viele andere. So unterschiedlich diese Persönlichkeiten sein mögen – ob sie heute verdammt oder verklärt werden, sie hatten alle eines gemeinsam: Es gab Zeiten, in denen sie verehrt und angebetet wurden.
Es scheint fast so, als wäre Anbetung und Verehrung ein menschliches Bedürfnis. Anscheinend brauchen wir jemanden, von dem wir denken, er wäre mehr wert, weil an unserer Minderwertigkeit ja kein Zweifel bestehen kann. Dieses Denken hat sich bis heute erhalten. In kirchlichen Gemeinschaften ist zum Beispiel der Begriff „Kinder Gottes“ gebräuchlich. Manchmal habe ich den Eindruck, dass er unter den Gläubigen häufig so verstanden wird: „Gott ist groß und mächtig, und wir sind arme Würstchen (Sünder).“
Aber auch Menschen, die mit Religion nicht so viel am Hut haben, haben durchaus auch ihre Götter. Sie heißen vielleicht Bill Gates, Barack Obama, David Beckham oder Madonna. Das Verhalten ist das gleiche: Einzelpersonen werden aus der Masse herausgehoben, auf ein Podest gestellt und angebetet.
Wo aber liegt das Problem? Verehrung und Anbetung hat mit Wertigkeit zu tun. Der Anbetende hält seinen Gott für besonders wertvoll, während er sich selbst als minderwertig betrachtet. Er projiziert seine Sehnsucht nach Stärke, Vollkommenheit, Liebe nach außen und hofft, dass er das, was ihm fehlt in einem anderen Menschen findet. Wenn der vermeintliche „Gott“ dann doch nicht so vollkommen ist wie vermutet, endet das für den Anbetenden in einer großen Enttäuschung.
Neulich hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem evangelischen Priester, einer Kapazität auf dem Gebiet der Spiritualität. Er zerlegte den Begriff „Enttäuschung“ in seine Einzelteile Ent- und Täuschung, wodurch er seinen negativen Beigeschmack verlor und plötzlich seine positive Seite zeigte (Polarität). Im Laufe der persönlichen Entwicklung schaffen sich Menschen immer wieder Idealbilder. Wenn sie dann an einen Punkt gelangen, an dem sie von ihrem Ideal „enttäuscht“ werden, werden sie auf sich selbst zurück geworfen.
Menschen die sich spirituell rasch entwickeln, haben einen großen Verschleiß an sogenannten Göttern. Eines Tages kommen sie dann vielleicht dahinter, dass sie im Außen nie den Gott finden werden. Da liegt das Problem mit der Verehrung und Anbetung! Wenn sie das erkannt haben, sind sie bereit umzukehren und sich im Innen auf die Suche nach Gott zu begeben.
Was den Weg ins Innen betrifft, fällt mir wieder ein Bild des besagten evangelischen Priesters ein: Er meinte, man könne sich spirituelle Entwicklung wie ein Rad mit Speichen vorstellen. Am Anfang befinden wir uns alle irgendwo am Umfang des Rades, scheinbar weit voneinander entfernt. Die Gegensätze scheinen unüberwindlich zu sein, so wie wir das, äußerlich betrachtet, bei Religionen ja täglich beobachten können.
Solange wir nach äußeren Göttern suchen, wandern wir am Umfang des Rades. Wenn sich aber jeder auf seinen individuellen spirituellen Weg nach innen begibt, so bewegt er sich vom Umfang des Rades hin zur Nabe. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen verlieren an Bedeutung – die innere Distanz der Menschen zueinander nimmt ab, bis sich schließlich alle in der Mitte des Rades treffen. Obwohl jeder nur seien ganz persönlichen Weg gegangen ist, finden schließlich doch wieder alle zusammen.
Es gibt ein weiteres großes Problem im Zusammenhang mit Anbetung und Verehrung: Macht. Jemand, der anbetet, entmachtet sich und ermächtigt gleichzeitig seinen „Gott“. Wenn viele Menschen einen Gott anbeten, wird dieser sehr mächtig und seine Untertanen immer ohnmächtiger. Dieses Phänomen haben sich in der Vergangenheit, wie auch heute viele politische Ideologien, aber auch Religionen zu Nutze gemacht.
Ein kritischer Blick in die Geschichte zeigt deutlich, dass es an „Göttern“, die sich gerne anbeten lassen, nie gemangelt hat. „Führer“ gab und gibt es wie Sand am Meer. Aber es gibt sie nur, weil es immer genügend Dummköpfe gibt, die sie anbeten. Es wird Zeit, dass wir endlich aufhören, ständig irgendwen anzubeten. Es ist einfach lächerlich.
Im Grunde geht es darum, dass jeder sein eigener Herr wird und dass so der Planet vereint wird.
Und zwar nicht in Form von Unterdrückung durch eine übermächtige Macht sondern durch die Einsicht jedes einzelnen. Der Wunsch, etwas zum Anbeten zu haben, wurde uns von den Herrschenden anerzogen. Wir selbst sind aufgerufen, die Wirklichkeit aus unserem Inneren heraus zu entdecken und unser Leben entsprechend führen. In uns selbst liegt die Antwort auf alle Fragen (Singularität).
Niemand kann uns so gut helfen, wie wir uns selbst.
Deswegen machen Sie sich frei von dem Gedanken, ständig Hilfe, Rat und Beistand von außen zu erwarten.
Sehen Sie nicht, wie lächerlich es ist, jemanden auf ein Podest zu stellen und ihn anzuhimmeln? Sehen Sie nicht die Größe, die in Ihnen steckt? Das ist das wirkliche Geschenk in einer Welt des freien Willens. Hier hat jeder das Potential seine eigene Realität zu erzeugen. Es ist allerdings auch eine freie Willensentscheidung, wenn man beschließt, sich seine Realität von jemandem anderen machen zu lassen. Die meisten Leute auf der Erde lassen es zu, dass andere ihnen ihre Realität diktieren. Sie wurden dazu gebracht, außerhalb von sich nach Antworten zu suchen. Wenn neue Götter auftauchen, wird es wieder viele geben, die bereit sind sie anzubeten.
Die Massen erlauben den Führern, in ihrem Namen alles zu tun, weil sie nicht aufstehen und sagen: „Hallo, damit bin ich nicht einverstanden!“ Es herrscht zuviel Passivität auf der Erde. Die allgemeine Einstellung ist die: „Mach du es für mich. Ich möchte nicht verantwortlich sein. Werde du mein Regierungsvertreter, mein Lehrer, mein Chef, mein Meister. Ich brauche jemanden, der mir sagt, was ich tun muss.“
Erst wenn wir anfangen, mutig nach unserer eigenen Führung zu leben, verändert sich das vollkommen. Wir müssen lernen, unsere eigene Autorität zu werden und unsere Entscheidungen nicht Politikern, Eltern, Lehrern oder Gurus zu überlassen. Vergessen Sie das ganze Obrigkeitsdenken! Es wird Zeit, dass wir selbständig werden im Denken und Handeln.
Verschwenden Sie Ihre Zeit nicht damit, jemand anderen als „Gott“ anzubeten. Sie übersehen dabei nur Ihre eigene Göttlichkeit. Machen Sie sich stattdessen lieber auf die Suche nach dem Gott in Ihnen. Das bringt Ihnen und Ihren Mitmenschen viel mehr!












Am 12. Dezember 2008 um 13:06 Uhr
wir müssen nicht im Außen suchen.. Gott/Universum/innere Quelle..
sie ist IN uns..
Wir brauchen kein Elvis,Jesus, Buddha..
Wir brauchen nur einen Glauben an UNS.. an das GUTE und WAHRE in uns.
Ein Glaube, der vergibt, der dankbar ist.. der liebt..
Es ist die wahre Kraft..
Simone
Am 12. Dezember 2008 um 15:13 Uhr
Liebe Simone,
Du sprichst mir aus dem Herzen!!!
Und stellt Euch vor alle Medien sprechen von einer weltweiten Wirtschaftskrise und KEINER glaubt ihnen!!! Was würde geschehen?
Wir gestalten die Zukunft durch unsere Vorstellungen. In meiner Vorstellung sind Alle glücklich und gehen liebevoll miteinander um. Und Sie wissen, dass sie ihre Zukunft selber gestalten!!! Dem entsprechend denken und fühlen sie.
Ramona
Am 4. Dezember 2009 um 22:33 Uhr
“Es gibt wahrscheinlich keinen Gott
spricht der Narr in seinem Herzen”
Psalm 53 Vers 2