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Viel Arbeit = Viel Geld ?

25. Januar 2008 von Siegfried Trebuch      Diesen Beitrag an einen Freund schicken Diesen Beitrag an einen Freund schicken

Kennen Sie den Spruch: Erfolg ist 99 Prozent Transpiration und 1 Prozent Inspiration. Oder auf Deutsch: Wir müssen wie blöde schuften, um es zu schaffen.

Lassen Sie sich diesen Blödsinn nicht einreden! Schauen Sie sich doch einmal um. Ich kenne eine Menge Leute, die „hart“ Arbeiten (sich anscheinend auch noch was darauf einbilden) und trotzdem nicht das erreichen, was Sie anstreben. Neulich traf ich eine Freundin, die gerade auf dem Weg ins Büro war - um 19Uhr - nachdem sie schon einen vollen Arbeitstag hinter sich hatte!! Ich fragte sie, warum sie so hart arbeitet. Die Antwort war: „Ich habe gerade eine Wohnung gekauft und brauche das Geld. Deswegen muss ich viel arbeiten.“ Im Klartext heißt das: „Ich würde lieber weniger arbeiten, aber die Umstände zwingen mich dazu, was zu tun, was ich nicht tun will.“ Armes Schwein …

Wie so viele ist sie der Illusion erlegen, man würde durch viel Arbeit auch viel Geld verdienen. Die gesellschaftlich großflächige Gehirnwäsche hat voll gegriffen. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Auf dem Aktenschrank eines anderen Freundes klebt folgender Spruch: „Das Schwierigste an der Arbeit ist das Geldverdienen.“ Das kommt der Lösung des Problems schon einen Schritt näher. Die meisten finden es offensichtlich immer noch schick, sich das Image eines hart arbeitenden Mensche zuzulegen. Die gesellschaftliche Anerkennung ist wichtiger als die persönliche Zufriedenheit.

Sie tun gut daran, eine Grundsatzentscheidung zu treffen: Wollen Sie Ihr Ziel erreichen, oder wollen Sie stolz sein auf harte Arbeit? Das ist nicht dasselbe.

Sie können viel arbeiten und wenig erreichen oder
Sie können wenig arbeiten und viel erreichen.

Die Gehirnwäsche, dass Leistung dasselbe sei wie Erfolg, ist in unserer Kultur seit mindestens 300 Jahren im Gange. Es wird wahrscheinlich noch viel Zeit ins Land ziehen, bis sie wieder aus den Köpfen der Leute heraus ist. Noch immer haben wir das Bewusstsein einer Agrargesellschaft, so als ob Ochse und Holzpflug unsere einzigen Hilfsmittel wären.

Aufgrund der hohen Produktivität in einer hoch entwickelten Industriegesellschaft könnten wir es uns schon lange leisten, höchstens 20 Stunden pro Woche zu arbeiten. Die 40-Stunden-Woche war bereits Ende der Sechzigerjahre ein Anachronismus. Die Menschen wären in früheren Zeiten glücklich gewesen, wenn Sie so wirksame Werkzeuge gehabt hätten wie wir.

Wir verfügen über moderne Stahlwerke, Autos, Computer usw. Trotzdem tun wir so, als ob es notwendig sei, immer noch hart zu arbeiten. 40, 60 oder 80 Stunden, je mehr, desto besser. Machen wir uns nichts vor, das ist einfach die Fortsetzung von Gewohnheiten, die in der Agrargesellschaft und in den Anfängen der Industriegesellschaft entstanden sind.

Falls Sie mir nicht glauben, dass Menschen mit weniger Arbeit ein gutes Leben führen können, lesen Sie bitte die Bücher von Helen und Scott Nearing. Die beiden haben sich ein Grundstück gekauft, ihre Lebensmittel selbst angepflanzt, Ahornsirup geerntet und damit gehandelt. Sie haben ihre Häuser selbst gebaut und so gelebt, wie es ihnen gefiel. Als sie damit begannen, war Scott 50 Jahre alt und Helen Nearing 30. Scott starb mit 100 Jahren, Helen mit 90. Beide hatten sich von Anfang an vorgenommen, an sechs Tagen in der Woche 4 Stunden zu arbeiten, vormittags oder nachmittags, 6 Monate im Jahr. In den übrigen 6 Monaten wollten sie Bücher schreiben, Reisen unternehmen und vieles mehr. Sie haben niemanden ausgebeutet, kontinuierlich gearbeitet und ihre Interessen gepflegt. Das nannten sie ein gutes Leben.

Also lassen Sie sich nicht einreden, man müsse arbeitssüchtig sein, um etwas zu schaffen. Dieser Mythos ist Irrsinn. Er wird durch die Zahl der Irren, die ihm folgen, nicht besser. Auch Alkoholismus wird durch die Zahl der Alkoholiker nicht sinnvoller. Andererseits behaupte ich nicht, dass Sie für Ihre Ziele nichts tun müssen. Tun Sie das Richtige und das Wichtige, tun Sie es effektiv und dann lassen Sie es gut sein.

Lernen Sie, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen.
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