Glaubenssätze

30. Januar 2008 von Siegfried Trebuch
2012 - Ende, Transformation, Neubeginn?

Sie leben in der Welt, in der Sie glauben zu leben. Ich lebe in der Welt, in der ich glaube zu leben. Jeder lebt in der Welt, in der er glaubt zu leben. Die Glaubenssätze, die jeder Mensch hat, beeinflussen sein Leben ganz entscheidend. Dies gilt sowohl für die positiven als auch für die negativen Glaubenssätze. Positive Glaubenssätze bewirken positive Ergebnisse, negative Glaubenssätze negative Ergebnisse.

Einmal angenommen, jemand möchte ein neues Unternehmen gründen. Er hat sich aber fest vorgenommen, dies erst dann zu tun, wenn er wirklich alles, aber auch alles über das Geschäft weiß, wenn er genau herausgefunden hat, was die Kunden, bis in alle Details, wirklich wollen, wenn er alle Konkurrenten genau analysiert hat und exakt weiß, was jeder Konkurrent für Vorteile, Nachteile, Schwächen und Stärken hat, und wenn er herausgefunden hat, wie sich die Anforderungen in der Zukunft darstellen werden. Er hat sich also vorgenommen, erst dann, wirklich erst dann das Geschäft zu eröffnen, wenn er alles über das Geschäft weiß, was es zu wissen gibt.

Um ein erfolgreiches Geschäft zu etablieren, werden wir uns auch Informationen beschaffen, aber der größte Teil der Informationen, die wir benötigen, werden wir nicht erhalten. Wir müssen dem glauben, was uns beispielsweise Universitätsprofessoren gelehrt haben, dem, was wir den branchenbezogenen Fachzeitschriften entnehmen, und dem, was uns Fachbücher inhaltlich unterbreiten. Darüber hinaus müssen wir mit Menschen reden, die bereits Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht haben und ihnen Glauben schenken. Schließlich müssen wir Statistiken glauben, Marktforschungsinstituten, Zukunfts- und Trendbüros und was es in dieser Richtung sonst noch alles gibt. Wenn sich dann noch einzelne Informationen gegenseitig widersprechen, dann müssen wir anfangen, der einen Information mehr zu glauben als der anderen und so weiter und so weiter …

Der hier zugrundeliegende Glaubenssatz lautet: Bevor man ein neues Geschäft startet, muss man alles darüber wissen. Das ist bestimmt eine gründliche Herangehensweise, doch ist es in der Praxis unmöglich. Es ist zwar vollkommen richtig, möglichst viel über ein Geschäft herauszufinden, aber alles, wirklich alles über ein Geschäft und die zugehörigen Umstände zu wissen, geht einfach nicht. Also treffen wir die Entscheidung, ob wir ein Geschäft gründen, ob und wie wir es aufbauen und welche Strategien wir verwenden, nicht nur aufgrund unseres Wissens, sondern immer mehr aus dem Bauch.

Die Welt ist viel zu kompliziert und das ständig zunehmende Wissen viel zu komplex, als dass wir alles überprüfen könnten. Also müssen wir das meiste glauben, um überhaupt Entscheidungen fällen und ins Handeln kommen zu können.

Je komplexer die Welt wird, umso wichtiger wird das Bauchgefühl.

Als Kind haben Sie mehr oder weniger Ihren Eltern geglaubt, dass die Dinge, die Menschen und die Welt so sind, wie sie sie Dir vermittelt haben. Sie glaubten vielleicht an den Klapperstorch, Sie glaubten an den Nikolaus, an den Weihnachtsmann und an viele andere Dinge. Aber nicht nur Kinder verinnerlichen naive Glaubenssätze. Ganze Völker, ganze Länder ja die gesamte Menschheit hält an so manchem Glaubenssatz fest, der sich im Verlauf der Geschichte als großer Irrtum herausstellt.

Anfang des 17 Jahrhunderts verteidigte Galileo Galilei die Idee des Kopernikus, dass die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnensystems sei und nicht die Erde. Obwohl er diese Theorie den Mächtigen der damaligen Zeit mittels eines neugebauten Teleskops beweisen konnte und obwohl die durch das Teleskop sehen konnten, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt, war die Obrigkeit empört. Diese Vorstellung von Sonne und Erde war so revolutionär, dass sie gegen das bestehende Weltbild verstieß. Galileo wurde Folter angedroht, falls er an seiner Idee festhalten sollte.Immer wenn ich diese Geschichte erzähle, um die Wirkungsweisen von Glaubenssätzen in der Praxis darzustellen, wird mir vorgehalten, das sei ja alles in früheren Jahrhunderten geschehen, in Jahrhunderten, in denen die Menschen neuen Dingen gegenüber wenig aufgeschlossen waren. Heutzutage, so wird mir eindringlich versichert, sei das doch alles anders. Wir sind aufgeklärt und informiert. Wer das wirklich glaubt, der wird gewaltig staunen, bei dem was er in den nächsten Jahren so alles an grundlegenden Veränderungen erleben wird.

Und wissen Sie warum? Zu allen Zeiten glaubten die Menschen immer aufgeklärt zu sein und alles zu wissen. Vor 150 Jahren hätte Sie noch jeder für einen Irren gehalten, wenn Sie ihm erzählt hätten, dass Menschen in naher Zukunft mit sogenannten Flugzeugen durch die Luft fliegen würden. Wir laufen mit einer extremen Arroganz durch die Welt und kriegen immer wieder anschaulich präsentiert, wie falsch wir doch liegen. Erst rückblickend sind wir schlauer. Aber die Entwicklung geht weiter und dieser Kosmos hat noch genügend Überraschungen für uns parat. Das garantiere ich Ihnen! Im Vergleich zu unserem Wissen und Weltbild in 10 oder 20 Jahren sind wir heute unwissende Würstchen.

Die Dynamik unserer Glaubenssätze, in der wir unbewusst unser Bild von der Welt aufrechterhalten, ist überaus mächtig. Die meisten Menschen wissen oft gar nicht, was sie glauben und warum sie es glauben. Aber sie vertreten ihre Meinung standhaft und verwirklichen ihre Glaubenssätze, koste es, was es wolle. Lieber gehen viele Menschen pleite, werden krank, sterben sogar, bevor sie ihre Glaubenssätze wechseln. Erstaunlich aber wahr. Ich beobachte dieses Phänomen täglich aufs Neue und komme mir dabei vor wie Alice im Wunderland. Es ist frappierend, mit welcher Selbstverständlichkeit viele Leute mit total absurden Überzeugungen durchs Leben gehen.

Um erfolgreich zu sein, ist es absolut erforderlich, keine sich widersprechenden Glaubenssätze in uns zu tragen. Wenn wir etwa glauben, für etwas noch zu jung oder zu alt zu sein, für etwas keine Begabung zu haben, dafür zu dumm zu sein, dann versuchen wir es erst gar nicht, eine bestimmte Sache anzugehen, um sie erfolgreich umzusetzen. Nehmen wir an, jemand glaubt über sich, er sei in irgendeiner Hinsicht unzulänglich, er sei beispielsweise ein schlechter Verkäufer. Wenn er schon von vorneherein diese „Erfolgserwartung“ hat, wie viel von seinem Potential wird er dann wohl einsetzen? Nicht sehr viel. Mit wie viel Zuversicht, Energie und innerer Überzeugung wird er wohl zum nächsten Kundenbesuch gehen?

Nach dem Gesetz der Anziehung wird er genau das ernten, was er innerlich glaubt: Er wird nichts verkaufen, da er innerlich glaubt, ein schlechter Verkäufer zu sein. Sein Handeln (Stimme, Körpersprache, Auftreten, Argumente usw.) werden nicht sein wirkliches Potential widerspiegeln, sondern seinen Glauben bestätigen. Es ist schlicht und einfach unmöglich, sein wahres Potential zu erschließen und einzusetzen, wenn man sowieso davon überzeugt ist, keinen Erfolg zu haben?

Hat man also mit einem limitierten Glaubenssatz begonnen, der das hervorhebt, was man kann, zapft man dadurch nur einen begrenzten Teil seiner Fähigkeiten und seines Könnens an. Das Handeln ist dementsprechend zögerlich und halbherzig. Und mit diesen negativen, unbefriedigenden Ergebnissen beweist es sich wieder mal von neuem, was man ja bereits vorher schon wusste: „Ich bin einfach kein guter Verkäufer!“

Glaubenssatz ist nicht gleich Glaubenssatz. Je nach dem, wie viel Energie ein Glaubensatz erhalten hat und über welchen Zeitraum er aufrechterhalten wurde, gibt es unterschiedliche Intensitäten. Ganz grob kann man sie in drei Gruppen einteilen:

1. Meinung
2. Glaube (Überzeugung)
3. Verinnerlichung

Da Meinungen lediglich auf vorübergehenden Annahmen beruhen, sind sie leicht zu verändern. Überzeugungen sind schon wesentlich stärker, weil Sie durch häufige Erfahrungen mit starken emotionalen Empfindungen verbunden sind. Aber auch Sie können verändert werden. Es ist jedoch mehr emotionale Energie über einen längeren Zeitraum notwendig.

Die dritte Ebene ist die intensivste: die Verinnerlichung. Sie ist mit so vielen Gefühlen untermauert, dass der Mensch, der daran glaubt, sich nicht nur sicher ist, sondern sich damit geradezu identifiziert. Wenn man solche Punkte in einer Diskussion in Frage stellt kann das beim Gegenüber Wut, ja sogar offene Aggression auslösen. Der Betroffene reagiert dann beispielsweise in Diskussionen nicht mehr rational, sondern nur noch gefühlsmäßig, ja geradezu blind. Verinnerlichungen bestimmen den Verlauf unseres Lebens. Positive Verinnerlichungen können unglaubliche Kräfte und Energien verleihen, negative dagegen zerstören. Fragen Sie sich einmal, welche Ihre stärksten Glaubenssätze sind und überlegen Sie sich, ob Sie Ihnen wirklich dienlich sind. Wenn ja, wunderbar! Wenn nicht, machen Sie sich ans Werk sie durch kraftvolle positive Glaubenssätze zu ersetzen.

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5 Kommentare zu “Glaubenssätze”

  1. Ramona

    Lieber Siegfried und alle anderen Leser,

    Beim niederschreiben des Buches “Das Alphabet Gottes” wurde es mir möglich zu verstehen, dass jeder Glaube ein Aberglaube ist. Jeder Glaube ist ein Irrglaube. Das ist zu meiner Wahrheit geworden.

    Denn jeder Glaube beinhaltet ein Wenn und Aber. Dieses ABER ist der Beweis, denn wenn jemand in einer Runde einen verinnerlichten Glaubenssatz von sich gibt, wird sicher irgendein Anderer sagen “Ja ABER…..”

    Es ist wesentlich zu erkennen, dass jeder Glaube aus einem menschlichen Verstand kommt. Was (k)glaubte man irgendwann auf und machte es zu seiner Wahrheit? Da der menschliche Verstand nur in Polaritäten und Urteilen denkt, unterliegt er immer dem Gut und Böse. Es gibt dabei keine Mitte – keine Ausgeglichenheit, solange man darin haften bleibt.

    Es geschehe dir nach deinem Glauben – ist ein Satz, der bestätigt was du, Siegfried geschrieben hast. Schon dieser Satz lässt erkennen, dass jede nachfolgende, erlebte Wirkung im Außen, immer die Folge (der Erfolg) der eigenen Gedanken/Glaubenssätze ist. Darum ist auch jeder Mensch immer erfolgreich gewesen. So etwas wie Misserfolg gibt es nicht. Das ist wahrlich ein faszinierender Aberglaube!

    Erst wenn wir aus diesem Denken aussteigen, können wir uns in die Mitte begeben, welche im Einklang mit Allem ist.
    Es gibt auch den Spruch “Glauben heißt nichts wissen”. Da fragt man sich ja wohl, was man denn nun für sich wählen will. Das Wissen oder den Glauben?

    Das Wissen gehört der Weisheit an. Und ein weiser Mensch sagte einmal “Ich weiß, dass ich nichts weiß”. Das ist für mich die Wahrheit und Grundlage allen menschlichen Glaubens. Weil ich außer dem, was jetzt gerade ist, nichts weiß.
    Niemand kann wissen, wie sich der nächste Moment entwickelt. Das ist immer offe, da es immer den Fakt der höheren Instanz gibt, die alle Dinge lenkt.

    Wenn Jemand darauf besteht, dass er mit seinem Glauben Recht hat, versucht er damit etwas zu fixieren. Doch das Leben lässt sich nicht fixieren. Es ist ein unaufhörlicher, sich ständig in Veränderung befindlicher Prozess. Es lässt sich nicht aufhalten und einsperren. Darum kann man bei jedem Glaubenssatz die Frage stellen “Willst du Recht haben oder frei sein?”

    Das Einzige was fix (auf)geglaubt werden kann, ist das was jetzt gerade ist. Jeder andere Glaube ist für mich Aberglaube.

    “Das Alphabet Gottes” ist auf meiner homepage als Pdf-Datei unter download für jeden frei gegeben.
    Falls es für dich passt Siegfried, meine homepage-Adresse auf deiner Website bekannt zu geben, würde ich mich freuen.

    Mit lieben Grüßen an Alle hier
    Eins im Sein

    Ramona

  2. Oliver

    Das muss man gesehen haben!

    Vera F. Birkenbihl – Viren des Geistes:
    http://www.youtube.com/watch?v=XY60DBP4UQk

    Grüß Oliver

  3. Lucretia

    TUE ES ODER LASSE ES! – ABER VERSUCHE ES NIEMALS!

    Bei diesem Satz handelt es sich m ein uraltes magisches Gesetz. Jede Handlung, die in Angriff genommen wird muss mit dem Ziel ausgeführt werden, dass sie gelingt. Jeder Versuch beinhaltet bereits das Misslingen. Jeder Versuch beinhaltet Zweifel. Alle Zweifel werden sich erfüllen! Wie bereits mehrfach auch von anderen erwähnt, haben die Gedanken der Menschen eine unendliche Kraft und Wirkung. Wir müssen uns ALLE dieser Gesetzmäßigkeit bewusst sein und niemals eine Sache versuchen. Tun wir es!!!!!!!!!!!

    LIEBE, LICHT und KRAFT uns ALLEN die für das GUTE in dieser Welt und auf diesen Planeten tatkräftig handeln!!!!!!!!!!

    “Irgendjemand sagte einmal, es gebe drei Arten von Menschen:
    Solche, die etwas bewirken….
    Solche, die Geschehnissen zuschauen……….und…..
    Solche, die sich wundern was passiert ist.”

  4. Gerald

    «Mein Ziel ist ziemlich einfach zu umreissen», predigte er jedermann, der es hören wollte. «Es heisst: Vollständiger Frieden, ohne dass man Angst zu haben braucht, dass wieder ein Krieg kommt. Um Gleichgesinnte zu werben, lasse ich meinen Körper durchstechen – zum Beweis, dass man im unerschütterlichen Glauben an Gott unmöglich scheinende Dinge vollbringen kann.»

  5. Gerald

    Hier wär nochmal ein youtube link vom video:
    http://www.youtube.com/watch?v=3tdnsRod9Zk
    Vielleicht ist es aber zu krass für die Seite?
    LG

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