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Stress

8. Februar 2008 von Siegfried Trebuch      Diesen Beitrag an einen Freund schicken Diesen Beitrag an einen Freund schicken

Kennen Sie das? Sie setzen sich ein ambitioniertes Ziel, welches aber noch in scheinbar unerreichbarer Ferne liegt. Sie wollen zum Beispiel ein eigenes Unternehmen aufbauen und sehen den florierenden Betrieb schon vor Ihrem inneren Auge. Der Gedanke daran motiviert Sie unheimlich, Sie können gar nicht erwarten, bis es so weit ist. Bis dahin haben Sie aber noch einen sehr sehr weiten Weg vor sich. Das wir Ihnen immer mehr bewusst und Ihr Blick schweift ab vom Ziel, hin auf den gewaltigen Berg an Arbeit, der vor Ihnen liegt.

Diesen Berg können Sie unmöglich an einem Tag, in einer Woche oder in einem Monat bewältigen. Ihre Zeit und Energie sind beschränkt. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, auch wenn Sie sich wünschten, er hätte 48. Schlafen und Essen sollten Sie auch noch, für Beziehungen, Sport und Gesundheit bleibt dann ohnehin nicht mehr viel Zeit übrig.

Wenn Sie diese Grenzen ignorieren und versuchen, mehr zu leisten, als Sie können, bekommen Sie Stress. Wenn Sie lange genug Stress haben, bekommen Sie gesundheitliche Probleme. (Eine Liste der häufigsten Stress-Symptome finden Sie in den Downloads). Wenn Sie krank werden, nimmt Ihre Leistungsfähigkeit ab, was zur Folge hat, dass Sie Ihre Ziele nur mehr schwer oder überhaupt nicht erreichen.

Sie bilden sich vielleicht ein, dass Sie viel leisten, weil Sie ja den Stress spüren und Ihrer Umwelt vermitteln, dass Sie sehr beschäftigt sind. Das heißt aber noch lange nicht, dass Sie deswegen wirklich schneller oder effizienter arbeiten. Stress bringt also gar nichts. Die entscheidende Frage ist: „Wie können Sie Stress vermeiden?“

Stress ist ein individuelles Phänomen. Ab einem gewissen Punkt ist jeder überlastet, aber wann dieser Punkt für den Einzelnen erreicht ist, hängt von seiner individuellen Belastbarkeit ab. Das Gute am Stress ist, dass man ihn genau so schnell wieder loswerden kann, wie man ihn bekommt. Er ist ein Warnsignal des Körpers. Wenn man darauf angemessen reagiert, verschwindet Stress sehr schnell.

Da Stress durch eine Überbelastung verursacht wird, helfen zwei Strategien:

1. Entlastung
2. Steigerung der Belastungsfähigkeit

Kurzfristig hilft nur die erste Strategie. In dem Moment in dem Sie den Stressfaktor (Stressor) ausschalten lässt der Stress nach. Angenommen Sie haben einen Projekttermin, den Sie unmöglich einhalten können. Solange Sie versuchen den Termin zu halten, noch mehr arbeiten, noch weniger schlafen, wird der Stresspegel steigen. Ab dem Zeitpunkt, an dem Sie mit Ihrem Kunden einen späteren Projekttermin vereinbart haben, wird der Stress rasch nachlassen.

Stress in Bezug auf Arbeit hat immer mit Zeit zu tun. Zu wenig Zeit verursacht Stress. Beste Abhilfe: Eine gute Projektplanung mit einem realistischen Zeitmanagement.

Wollen Sie generell Ihre Leistungsfähigkeit steigern und Stressresistenter werden, kann es auf Dauer ratsam sein, Ihre Belastbarkeit zu trainieren.

Stressbelastbarkeit lässt sich trainieren.

Die Psyche ist wie ein Muskel, der durch regelmäßiges und vor allem angemessenes Training gestärkt werden kann. Nehmen wir einmal an, Sie legen seit vielen Jahren jede Entfernung, auch die kleinste, mit dem Auto zurück. Wenn Sie das erste Mal wieder zu Fuß gehen, kommen Sie schnell an eine Grenze. Sie liegt vielleicht bei fünfhundert Metern. Jeder weitere Meter geht über Ihre Belastbarkeit und bereitet Ihnen Stress. Ihr Körper, Ihre Gefühle, Ihr Empfinden signalisieren Ihnen: „Hör auf“ Je weiter Sie jetzt noch gehen, desto stärker werden die Stressreaktionen. Deshalb ist es am besten, sich zu entlasten, und für dieses Mal aufzuhören. Sie erholen sich und es geht Ihnen schnell wieder besser.

Jeden Tag können Sie ein bisschen weiter gehen, ohne sich überlastet zu fühlen. Die Betonung liegt auf „ein bisschen“. Falls Sie Ihr Training übertreiben, fühlen Sie sich sofort wieder gestresst. Bei angemessener Steigerung der Trainingsdistanz nehmen Ihre Kräfte und damit Ihre Belastbarkeit stetig zu. Wenn Sie dieses Training fortsetzen, können Sie irgendwann locker fünf oder zehn Kilometer gehen. Sie haben sich an die Belastung gewöhnt.

Dasselbe gilt praktisch für jede Erfahrung. Jemand, der sehr ruhig gelebt hat, braucht eine Weile, sich an den Lärm und die Geschwindigkeit einer Großstadt zu gewöhnen. Am Anfang ist es ratsam, sich immer wieder zurückzuziehen und sich Stille und Abgeschiedenheit zu gönnen. Es ist ein individuelles Wechselspiel von Belastung und Entlastung, das dazu führt, sich immer besser an veränderte Umstände anzupassen.

Belastbarkeit ist also keine persönliche Konstante. Sie haben die Freiheit, Ihre Belastungsgrenze nach oben zu verschieben. Das erreichen Sie am besten durch eine optimale Kombination der beiden oben genannten Strategien: Gehen Sie regelmäßig an Ihre Belastungsgrenze, aber überschreiten Sie sie nicht. Die Kunst liegt darin, die Balance zwischen gesunder Belastung und ungesunder Überlastung zu finden. Lassen Sie Stress zu, aber nur in dem Maß, wie Sie ihn gut ertragen können. Entziehen Sie sich dem Stressfaktor, sobald es zuviel wird. Das können Sie nicht immer? Das sollten Sie aber lernen, denn wenn Sie es nicht tun, werden Sie eines Tages ernsthaft krank und das bringt niemandem etwas, weder Ihrem Arbeitgeber, Ihrer Familie noch Ihnen.

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